Sommer 2013: mehr Ertrinkungstote als im Vorjahr


Bad Nenndorf (DLRG) – In deutschen Gewässern sind bis August 2013 mindestens 361 Menschen ertrunken, 93 Opfer mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Todesfälle durch Ertrinken stiegen damit um 34,7 Prozent. Allein in den Ferienmonaten Juni bis August kamen 250 Menschen im Wasser ums Leben. Diese Zahlen gab die Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Mittwoch (11.09.2013) in Bad Nenndorf bekannt.

DLRG-Präsident Dr. Klaus Wilkens: „Das ist die Schattenseite eines schönen Sommers. Wir mussten mit einem Anstieg der Ertrinkungszahlen rechnen.“ Das Hochwasser im Mai und Juni forderte vier Opfer.
 
81 Prozent ertranken in Binnengewässern: 142 Menschen kamen in Flüssen und Bächen um, 138 in Seen und 11 Menschen starben in Kanälen. In den Meeren starben 22 Personen, 17 davon in der Ostsee, fünf in der Nordsee. Elf Menschen ertranken in einem Schwimmbad, sieben in einem privaten Gartenteich oder Swimmingpool, 30 weitere verloren in einem Hafenbecken, Graben oder an anderen Orten ihr Leben.

Eine Todesursache: Selbstüberschätzung

„Die meisten Opfer ertranken in unbewachten Gewässern. Selbstüberschätzung, gesundheitliche Vorschädigungen, Übermut, Leichtsinn und Unkenntnis über objektive Gefahren sind oft ursächlich für tödliche Unfälle im Wasser“, nennt der DLRG-Präsident Ursachen.
 
Bisher sind 32 Jungen und Mädchen im Alter bis 15 Jahren ertrunken. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum hat sich die Zahl der Kinder mehr als verdoppelt. „Nach der positiven Entwicklung in den letzten zwölf Jahren, in dem wir das Ertrinken von Kinder von 93 auf 18 senken konnten, ist dieser Anstieg ein Rückschlag“, räumt Dr. Wilkens ein.
 
Die meisten Toten (73) gab es in bayerischen Gewässern. Mit großem Abstand folgen Niedersachsen (41), Nordrhein-Westfalen (40) und Baden-Württemberg (37). Die sicherste Region ist das Saarland. Hier kam ein Mensch im Wasser ums Leben.

(Foto: DLRG)

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