Schaut mich ruhig an…


Hamburg (pi) – Der diesjährige Publizistik-Preis der Stiftung Gesundheit geht an das Autorenteam um Dr. Clemens Schiestl vom Zentrum für brandverletzte Kinder des Kinderspitals Zürich. Ausgezeichnet wird das Buch »Schaut mich ruhig an. Wie brandverletzte Kinder und Jugendliche ihr Leben meistern«.

Eine Verbrennung oder Verbrühung der Haut verändert das Leben von einem Moment auf den anderen. Neben den äußerlich sichtbaren, medizinisch zu versorgenden Verletzungen dürfen gerade bei Kindern die psychische Belastung und deren Folgen nicht unterschätzt werden, sie benötigen oft eine ebenso intensive psychologische Behandlung. Im Zentrum für brandverletzte Kinder, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie der Universitätskinderkliniken Zürich betreut ein multidisziplinäres und sehr erfahrenes Team rund 400 Kinder pro Jahr. Alle Teammitglieder sehen ihre Aufgabe darin, nicht nur die Akutbehandlung, sondern die umfassende Betreuung des Kindes und seiner Familie vom Tag des Unfalls an bis ins Erwachsenenalter zu gewährleisten.

Im Buch »Schaut mich ruhig an« berichten ehemalige Patienten über den Umgang mit ihren Narben und geben mit ihrem Beispiel den Mut, mit Verbrennungen durchaus ein gutes Leben führen zu können; es wird aber auch aufgezeigt, welche Herausforderungen sich durch einen Brandunfall für das familiäre wie berufliche Umfeld ergeben. Pflegefachfrauen, Physio- und Ergotherapeutinnen, ein Sozialarbeiter, eine Lehrerin u. a. erzählen über ihre Arbeit mit diesen Kindern und Jugendlichen. In Fachartikeln werden die Grundlagen der modernen Behandlungsmethoden erläutert, die psychischen Langzeit- und Spätfolgen aufgezeigt oder über Erste Hilfe und Prävention informiert. Einfühlsame Bilder von Fotografinnen und Fotografen der Universitätskinderkliniken illustrieren das Buch.

Die Jury des Publizistik-Preis der Stiftung Gesundheit findet, das Werk zeichnet ein umfassendes Bild des Zusammenspiels der Patienten mit Ärzten, Pflegern, Psychologen und Familienangehörigen. „Eine Zusammenschau zahlreicher, auch ungewöhnlicher Blickwinkel zeichnet das Werk aus“, lobt der Vorsitzende der Jury, Prof. Dr. Dirk Loose. „Vom Chefarzt bis zur Putzfrau wird die Wahrnehmung der brandverletzten Kinder und der Umgang mit ihnen geschildert. Jeder hat seine eigene Geschichte. Dies zeichnet ein tiefes Bild von den Dramen, die so viel mehr verletzen als die Haut.“

Das großformatige Buch ist im Verlag Rüffer und Rub (Zürich) erschienen, umfasst 192 Seiten und kostet 29, 10 Euro (ISBN 978-3-907625-43-9).

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