Profitipps: Sicher ankommen auf Schnee und Eis


Bornheim (rd.de) – Glaubt man den Wetterprognosen, kommen auf die Rettungs- und Krankenwagenfahrer im Verlauf des Wochenendes extreme Straßenverhältnisse zu. Da geraten Blaulichtfahrzeuge ins Rutschen und selbst Routiniers am Steuer – trotz eisiger Temperaturen – ins Schwitzen. Lesen Sie unsere Profi-Tipps, um dennoch sicher jeden Einsatzort zu erreichen.

Die Wettervorhersagen sagen je nach Region zwischen 10 und 50 Zentimeter Neuschnee voraus. Besonders heikel wird es, wenn der ebenfalls aufziehende Sturm den Schnee verweht.
Wolfgang Sieling, Referent des Nutzfahrzeugprogramms bei der TÜV-Akademie in Bornheim (Rheinland), hat für unsere Leser noch einige Ratschläge parat.

Was tun, wenn der Wagen plötzlich ins Rutschen kommt? „Dann haben Sie den Fehler schon gemacht“, mahnt Wolfgang Sieling. „Unsere Trainings zielen darauf ab, dass die Fahrer gar nicht in diese Situation kommen. Wenn es doch passiert, sollte man vor allen Dingen bremsen um Bewegungsenergie abzubauen. Dank ABS ist das kein Problem.“

Sieling verweist darauf, dass eine um 10 km/h geringere Durchschnittsgeschwindigkeit in den typischen Rettungsdienst-Einsatzradien von fünf Kilometern letztlich nur dazu führt, dass man einige Sekunden später am Einsatzort eintrifft. „Das sicher Ankommen ist aber doch das Wichtige“, beschwört Sieling den Vorteil der langsamen Einsatzfahrt.

Besondere Gefahren sieht Sieling von der TÜV-Akademie dieses Wochenende auf die Einsatzfahrer durch Schneeverwehungen zukommen. „Dabei geht es gar nicht unbedingt um hohe Verwehungen“, betont der Instruktor. „Stellen Sie sich vor, eine Fahrbahn wurde am Abend gestreut. In der zweiten Nachthälfte zieht der Boden an und von oben weht der Wind eine feine Schneeschicht auf die Fahrbahn. Da sollte man wirklich vorsichtig sein.“ Das gilt besonders auf freien Flächen, wo Schneewehen besonders häufig auftreten werden.

Eine weitere Gefahr bergen erhöhte Schneeränder: „Wenn die rechte Fahrzeugseite in tiefen Schnee eintaucht, während die linke Seite auf geräumter Fahrbahn rollt, besteht jederzeit Schleudergefahr.“

Wer in gebirgige Gebiete ausrückt, wird mit Schneeketten unterwegs sein. „Bei Einsatzfahrzeugen mit Frontantrieb sollte man im Hinterkopf haben, dass insbesondere bei langsamer Fahrt im Bereich der Schrittgeschwindigkeit die Hinterräder beim Bremsen schneller blockieren als die Vorderräder mit den Schneeketten. In solchen Fällen kann das Fahrzeug hinten ausbrechen. Das ABS ist bei ganz geringen Geschwindigkeiten nicht aktiv.“

Rotationsketten-Systeme (Schleuderketten) sind kein Ersatz für normale Schneeketten. „Diese Rotationsketten sind als reine Anfahrhilfe zu betrachten.“ Mit Schneeketten ist Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h beschränkt.

Beim Lenken auf Schnee und Eis rät der Fachmann, den Lenkwinkel so gering wie möglich zu halten.

Die Redaktion wünscht unfallfreie Fahrt!

Mehr Information: www.tuev.com

(08.01.2010)

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