Österreich kämpft gegen die Fluten


Wien (rd.de) – Die starken Regenfälle der letzten 36 Stunden haben in vielen Teilen Österreichs zu einer angespannten Hochwassersituation geführt. Siemens stellt Mitarbeiter von Hilfsorganisationen frei, um an der Wasserfront zu helfen. Feuerwehren sind im Dauereinsatz.

„Jetzt ist schnelle Hilfe gefragt und deshalb haben wir entschieden, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Siemens AG Österreich, die Mitglieder von Hilfsorganisationen sind, für die Dauer des Hochwassereinsatzes bei vollen Bezügen vom Dienst freigestellt sind“, so Brigitte Ederer, Vorsitzende des Vorstandes der Siemens AG Österreich. Damit wolle man sowohl einen Beitrag zur Entschärfung der Hochwassersituation leisten, zugleich aber auch das ehrenamtliche Engagement vieler Siemens-MitarbeiterInnen positiv anerkennen.

Abgeschnitte Orte müssen versorgt werden

Seit mehr als 36 Stunden regnet es in weiten Teilen Österreichs ohne Unterbrechung. Weite Teile Ober- und Niederösterreichs sind von Überschwemmungen betroffen. Mehrere Orte sind von der Außenwelt abgeschnitten. Zwar wird heute ein Nachlassen der Regenfälle erwartet, der bereits entstandene Schaden ist jedoch enorm.

Mitarbeiter und Freiwillige des Österreichischen Roten Kreuzes sind in Alarmbereitschaft. Betroffene, die Hilfe brauchen, werden ersucht, sich an ihren Bürgermeister oder an die nächste Rotkreuz-Dienststelle zu wenden. „Wie hoch die Schäden wirklich sind, lässt sich erst in den nächsten Tagen beziffern“, sagt Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes. „Dass hunderte Familien auf unsere Unterstützung angewiesen sind, wissen wir schon jetzt: psychologische Unterstützung, Hilfe bei Räumungsarbeiten, bei Reparaturmaßnahmen und beim Wiederaufbau.“

Burgenland: 226 Feuerwehren im Einsatz

Der Österreichische Rundfunk meldet, seit Beginn der Regenfälle im Burgenland sind 226 Feuerwehren ausgerückt, um gegen das Hochwasser anzukämpfen. Dramatisch war die Lage im Süden. In Güssing stand

Soldaten im Einsatz beim Hochwasserschutz (Foto: Bundesheer, Michael Wurmetzberger)

Soldaten im Einsatz beim Hochwasserschutz (Foto: Bundesheer, Michael Wurmetzberger)

das Wasser bis zu eineinhalb Meter auf den Straßen. Auch das Kreisfeuerwehrkommando in Jennersdorf meldet auf seiner Webseite kanpp: Die Feuerwehren des Bezirkes stehen seit dem frühen Nachmittag im Dauereinsatz. Wegen der akuten Hochwassersituation sind Straßen gesperrt und sehr viele Keller auszupumpen.

Bundesheer unterstützt die Hilfskräfte

Auch das Bundesheer unterstützt die Hilfsmaßnahmen mit immer mehr Soldaten. Seit gestern Nachmittag stehen 110 Soldaten in Feldbach im Einsatz, nachdem sie von der Landeswarnzentrale angefordert wurden. Die Soldaten führen Aufräumarbeiten in einer überfluteten Lederfabrik durch.

Schon seit Mittwochvormittag sind ca. 200 niederösterreichische Soldaten in Gresten, Weißenkirchen, Zelking und St. Valentin im Einsatz. Die Soldaten sind mit Spezialfahrzeugen ausgestattet, unterstützen bei Auspump- und Sicherungsarbeiten und verstärken Hochwassersschutzdämme.

Immer mehr Soldaten unterstützen die zivilen Hilfskräfte zu Lande und aus der Luft. (Foto: Bundesheer, Michael Wurmetzberger)

Immer mehr Soldaten unterstützen die zivilen Hilfskräfte zu Lande und aus der Luft. (Foto: Bundesheer, Michael Wurmetzberger)

Darüber hinaus sind „Black Hawk“-Hubschrauber in Hafnerbach (Bezirk St. Pölten-Land) damit beschäftigt, aus der Luft Sandsäcke abzuwerfen, um einen Damm wieder zu schließen. Seit dem Vormittag unterstützen Hubschrauber durch Verbindungs- und Materialflüge.

Heute wird die Luftflotte, die derzeit mit drei Hubschraubern fliegt, durch ein Heeres-Flugzeug der Type PC-6 unterstützt. Dieses Flugzeug wird aus Zeltweg kommend, Bilddokumentationen im Donauraum durchführen. Dadurch sollen den Behörden die Grundlagen für weitere Planungen der Einsatzkräfte gegeben werden.

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