Optimierte Spritzenkennzeichnung für mehr Patientensicherheit


Berlin (pm) – Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat ihre Empfehlung zur Kennzeichnung von Spritzen in der Intensiv- und Notfallmedizin noch einmal überarbeitet. Das wichtigste Ziel dieser Maßnahme ist eine weitere deutliche Verringerung von Medikationsfehlern.

Mit einem neuen Farbcode und einer ganz speziellen Etikettierung von Spritzen will die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) Medikationsfehler künftig noch effektiver verhindern. Denn wie sich zeigte, kam es trotz der bereits durchgeführten Verbesserungen immer noch zu Verwechslungen. Das geschah vor allem bei den häufig verabreichten Muskelrelaxantien und Benzodiazepinen. Der Grund: das Rot der Muskelrelaxantien und das Orange der Benzodiazepine waren sich zu ähnlich.

„Aus Fehlern lernen!“ – so lautet der Grundgedanke der so genannten Critical-Incident-Reporting-Systeme, kurz CIRS genannt. Diese Berichtssysteme für kritische Zwischenfälle in der Medizin fand in den letzten Jahren große Verbreitung. Hervorzuheben hier vor allem das „cirsmedical“ der Deutschen Ärzteschaft. Die dort berichteten Beinahe-Zwischenfälle haben einige Schwachstellen aufgezeigt. Dazu gehört auch die ISO-Norm 26825 zur Kennzeichnung von Spritzen, die von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin im Jahr 2009 propagiert wurde und deren Ergänzung durch die DIVI im Jahr 2010. Sie beinhalteten sieben neue, farbkodierte Medikamentengruppen sowie den Entwurf eines für 50-ml-Spritzenpumpen geeigneten Etiketts. Damit lag erstmals ein für den gesamten akutmedizinischen Bereich einheitliches Konzept vor. Es reichte von der Rettung, über Notfallaufnahme und OP bis zur hin zur Intensivmedizin.

Mittlerweile verwenden nach Angaben der Etikettenhersteller bereits über 1.000 deutsche Krankenhäuser und Rettungsdienste Spritzenetiketten, die sich an der ISO-Norm 26825 und deren Ergänzung durch die DIVI orientieren.

Mit der neuen und aktualisierten Empfehlung hat man jetzt auf diese CIRS-Berichte reagiert. Die Umstände der Fehler wurden analysiert und entsprechende Anpassungen und Änderungen vorgenommen. Die aktuellen Empfehlungen weichen nun auch in einigen Fällen von den Vorgaben der ISO 26825 ab.

Weitere Details können den Dokumenten entnommen werden, die im pdf-Format über die DVI-Homepage http://www.divi-org.de zur Einsicht und zum Download zur Verfügung stehen.

(31.07.2012)

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