Ketamingabe ohne arbeitsrechtliche Konsequenzen


Foto: PfizerMainz (rd.de) – Der Fall eines Rettungsassistenten in Rheinland-Pfalz, der im April einem Patienten Ketamin verabreichte, weil kein Notarzt verfügbar war, schlug hohe Wellen bis in das Innenministerium. Jetzt ist klar: Der Rettungsassistent wird nur ermahnt.

Nachdem das DRK als Arbeitgeber von arbeitsrechtlichen Konsequenzen Abstand genommen hat, will nun auch das Innenministerium in Rheinland-Pfalz den Fall zu den Akten legen.

Es ist kein grundlegender Sinneswandel: Ketamin ist „böse“, und Rettungsassistenten, die es auf eigene Faust verabreichen, sind es auch. Im Fall eines Rettungsassistenten, der in Altenkirchen zur Spritze griff, bleibt die Maßnahme nun aber ohne arbeitsrechtliche Folgen. Der DRK-Landesverband sieht sich in einem Rundschreiben, das rettungsdienst.de vorliegt, dennoch in der Pflicht, sich mit jedem Einzelfall einer solchen Kompetenzüberschreitung auseinanderzusetzen – auch um die Anzahl von Grenzsituationen zu minimieren. Zudem bleibt die Dienstanweisung, kein Ketanest zu verabreichen, weiter bestehen.

Das zuletzt wegen seiner starren Haltung gerügte Innenministerium des Landes Rheinland-Pfalz begrüßt zwar das Ketaminverbot und hält an seiner Kritik gegen den betroffenen Rettungsassistenten fest, weil er offenbar auf ein umfassendes Monitoring der Vitalparameter verzichtete, räumte in seinem Schreiben an das DRK allerdings ein, dass es Sache des DRK und des Ärtzlichen Leiter Rettungsdienst sei, den Einzelfall einer Kompetenzübertretung zu bewerten und zu entschieden, ob arbeitsrechtliche Schritte einzuleiten sind.

Das Ministerium bittet darum, die Mitarbeiter darauf hinzuweisen, dass Rettungsassistenten „in solchen Fällen persönlich und alleine haften, weil die Anwendung von Ketanest untersagt ist.“

Für den Rettungsassistenten aus Altenkirchen ist der Fall damit aber offensichtlich ausgestanden.

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