Johanniter betreuen Lokführer bei Unfällen


Hannover (JUH) – Seit einem halben Jahr stellen die Johanniter die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) für Lokführer der Metronom Eisenbahngesellschaft sicher. Am Mittwoch (31.07.2013) zogen die beiden Kooperationspartner eine positive Bilanz. So waren die JUH-Teams sieben Mal im Einsatz, um sich nach einem Personenunfall um den Lokführer zu kümmern.

Die PSNV-Kräfte betreuen den Eisenbahner direkt vor Ort und begleiten ihn bis nach Hause. Die Kooperation mit der Johanniter-Unfall-Hilfe ergänzt das etablierte Notfallprogramm von Metronom.

„Es passiert leider viel zu oft, dass unsere Triebfahrzeugführer auf der Strecke mit einem Personenunfall zu tun bekommen. Die Johanniter sind in kurzer Zeit vor Ort und können sich direkt um die Kollegen kümmern. Die betroffenen Mitarbeiter werden von uns sofort aus dem Dienst genommen und erhalten im Nachgang eine Betreuung durch unseren Bahnarzt. Damit können wir sicherstellen, dass unsere Lokführer auch in einer solchen, kritischen Lage zu keiner Zeit allein gelassen werden“, sagt Jan Görnemann, technischer Geschäftsführer der Metronom Eisenbahngesellschaft.

Psychosoziale Versorgung in der Akutphase

Seit 1. Januar 2013 besteht die Kooperationsvereinbarung zwischen Metronom und dem JUH-Landesverband Niedersachsen/Bremen zur Unterstützung bei einem Notfall im Gleisbereich. „Wir stellen den Triebfahrzeugführern psychosoziale Versorgung in der Akutphase zur Seite und begleiten sie auf Wunsch bis an die Haustür“, erklärt Michael Homann, Fachbereichsleiter Bevölkerungsschutz im Landesverband Niedersachsen/Bremen.

Sieben PSNV-Teams stehen in ganz Niedersachsen auf Abruf. Sobald eine Einheit angefordert wird, können die Helfer ausrücken. Und zwar je nach Nähe zum Einsatzort aus Northeim, Hildesheim, Hannover, Wunstorf, Harburg, Bremen und Oldenburg, 24 Stunden lang. „Da es sich um ein hochsensibles Thema handelt, müssen Details über den genauen Ablauf eines solchen Einsatzes vertraulich bleiben“, betont Homann.

Ein Einsatzteam der PSNV besteht aus mindestens zwei Personen. Die Helfer werden im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit in 202 Stunden für die psychosoziale Notfallversorgung geschult. Inhalte sind dabei die allgemeine Ausbildung für Katastrophenschutz sowie die Grundausbildung PSNV inklusive der Zusatzschulung im Bereich der Einsatznachsorge. Die Ausbildung ist nach bundesweit einheitlichen Vorgaben der PSNV-Konsensuskonferenz des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe geregelt. Neben der eigenen Kompetenz haben die Kollegen auch immer Kontaktdaten für die weitere Nachversorgung der Betroffenen im Gepäck.

(Foto: Metronom Eisenbahngesellschaft mbH)

One Response to “Johanniter betreuen Lokführer bei Unfällen”

  1. Jupp Schmitz us Kölle on Juli 31st, 2013 17:06

    Nach dem O-Ton des Herrn Homann endet dann ja an der Haustür die PSNV… Etwas merkwürdig und ich hoffe, dass es so nicht ist…. Wäre interessant, dass die Akutphase an der Haustür endet…

    Schließlich gehts doch da erst wirklich „los“…

    Hoffen wir, dass die KollegInnen seltenst/ gar nicht -am besten- von den Lokführern des metronom benötigt werden…

    Es grüsst us Kölle
    Jupp Schmitz

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