Hepatitis-B-Infektionen bei Fachkräften rückläufig


Hamburg (BGW) – In der Hektik des Einsatzes passiert es schnell: Notarzt oder Rettungsfachkraft verletzen sich mit gebrauchten Kanülen. Schon der Kontakt zu kleinsten Mengen Blut genügt, um sich zum Beispiel mit Hepatitis B zu infizieren. Diese Krankheit kann über Jahrzehnte hinweg zu Leberzirrhose und schließlich zu Leberkrebs führen. Der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) als gesetzlicher Unfallversicherung für Gesundheitsberufe ist es gelungen, die Infektionszahlen in den letzten Jahren kontinuierlich zu senken.

Eine Infektion mit Hepatitis B verursacht viel Leid und erhebliche Kosten, da die Krankheit chronisch verlaufen und dann schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann.

„Eine chronische Hepatitis B kann nicht mehr geheilt werden“, weiß Arbeitsmediziner Dr. Frank Haamann von der BGW. „Jede Infektion ist daher eine zu viel. So ist es sehr erfreulich, dass es durch Präventionsmaßnahmen gelungen ist, die bei der BGW eingegangenen Meldungen in den letzten zehn Jahren mehr als zu halbieren.“ 1999 waren es noch 255, bis zum Jahr 2008 sank die Zahl auf 106.

Größte Ansteckungsgefahr durch Kanülen

Die größte Ansteckungsgefahr besteht, wenn sich das Rettungsfachpersonal mit Kanülen verletzt, etwa aufgrund von Abwehrbewegungen der Patienten, oder wenn Spritzen nach Gebrauch einfach in den Abfall geworfen werden. Dann durchstechen sie leicht die Mülltüte und stellen eine große Gefahrenquelle dar.

Der Rückgang der Infektionszahlen im Gesundheitswesen ist nach Information der BGW auf zwei grundlegende Präventionsmaßnahmen zurückzuführen. Zum einen auf die Möglichkeit der Schutzimpfung, für die die BGW in einer Kampagne massiv geworben hat.

„Arbeitgeber im Gesundheitswesen sind verpflichtet, ihren Beschäftigten eine solche Impfung anzubieten, wenn ein entsprechendes Infektionsrisiko besteht“, erläutert der BGW-Experte. „Zum Glück setzt sich immer mehr die Einsicht durch, dass diese Impfung sinnvoll und notwendig ist.“

Verletzungssichere Instrumente verwenden

Zum anderen macht die BGW seit längerem auf die Notwendigkeit aufmerksam, verletzungssichere Instrumente zu verwenden – zum Beispiel Injektionsnadeln, die sich nach Gebrauch in eine Schutzhülle zurückziehen oder beim Herausziehen aus der Haut von alleine stumpf werden. Außerdem gibt es verschiedene Modelle durchstichsicherer Entsorgungsbehälter.

Seit 2006 sind medizinische Einrichtungen gesetzlich verpflichtet, in gefährdeten Bereichen mit diesen Instrumenten zu arbeiten. Die BGW bietet eine laufend aktualisierte Liste sicherer Instrumente zum Herunterladen an.

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