Feuerwehr und Malteser retten gemeinsam


Hohenbrunn (FF) – Die Freiwillige Feuerwehr in Hohenbrunn betreibt seit vier Monaten gemeinsam mit dem Malteser Hilfsdienst Taufkirchen einen First Responder-Dienst. Vom 1. Juni bis zum 30. September 2008 wurden bereits 82 Einsätze absolviert.

Das Hohenbrunner Einsatzfahrzeug wird rund um die Uhr von zwei Dienst habenden Einsatzkräften besetzt und hat seinen Standort am Feuerwehrgerätehaus Hohenbrunn. Die Ehrenamtlichen übernehmen dabei jeweils eine Zwölfstundenschicht. Auf dem Einsatzfahrzeug prangen gleichberechtigt die Wappen der Hohenbrunner Feuerwehr und der Malteser. Der Wahlspruch für dieses Projekt lautet „Wir retten gemeinsam!“

Im Gerätehaus ist ein entsprechender Bereitschaftsraum eingerichtet worden, in dem die Feuerwehrleute und Malteser auch schlafen können. Die Alarmierung erfolgt über die Integrierte Leitstelle München. Der First Responder kommt dann zum Einsatz, wenn auch der Notarzt alarmiert wird.

Im Fahrzeug werden ein Notfallrucksack und eine Sauerstoffeinheit, ein halbautomatischer Defibrillator, ein so genanntes „KED-System“ zur Schienung der Wirbelsäule und ein Satz Halskrausen mitgeführt. Auch zum Sichern einer Unfallstelle ist Material vorhanden.

Im Sommer fand in der Feuerwehr Hohenbrunn eine First Responder – Ausbildung der Kreisbrandinspektion München statt. Hier wurde auch die Frühdefibrillation gelehrt, deren Qualifikation halbjährlich erneuert werden muss. Monatlich finden eigene Übungen für die Helfer statt, außerdem gibt es Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

An dem Hohenbrunner Projekt sind auch Rettungsdiensthelfer, Rettungssanitäter und Rettungsassistenten, sowie eine Notärztin beteiligt.

Das Einsatzspektrum für das Hohenbrunner Projekt war in den ersten 122 Tagen sehr vielfältig. Das Einsatzstichwort „bewusstlose Person“ kam sehr häufig vor, auch wurde der Responder zu kardialen Erkrankungen gerufen. Alten- und Pflegeeinrichtungen wurden nicht selten angefahren, um dortigen Patienten zu helfen. Bei Unfällen, etwa am 5. Juli („Geisterfahrerin auf der Bundesautobahn BAB 99“), wurde auch „Johannes Hohenbrunn 10/4“ alarmiert. Kindernotfälle stehen ebenso im Einsatzbuch, wie Schlaganfälle, Alkoholvergiftungen und Stoffwechselerkrankungen. Mehrmals war jedoch auch jede Hilfe zu spät, da beim Eintreffen der Rettungskräfte die Person bereits tot war.

Malteser und Feuerwehr: Wir retten gemeinsam.

Malteser und Feuerwehr: Wir retten gemeinsam.

„Unser Team hat in diesen Wochen schon sehr viel erlebt, nicht nur schöne Augenblicke. Aber es überwiegt die Freude, Menschen helfen zu können. Und wir bekommen positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung, von den Hilfsorganisationen und von den Notärzten. Das bestärkt uns in unserer Arbeit“, erklärt Kommandant Willi Feldmeier von der Feuerwehr Hohenbrunn.

Das Hohenbrunner First Responder-Projekt kann durch eine Spende auf das Konto 270 383 97 bei der Kreissparkasse München Starnberg (BLZ 702 501 50) unterstützt werden.

(Text: W. Rotzsche, Fotos: FF Hohenbrunn)

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