Elektronische Helfererfassung im Großschadensfall


München (BRK) – In Bayern soll die Registrierung von Einsatzkräften künftig elektronisch erfolgen. Eine enorme Zeitersparnis spricht für die neuen RFID-Helferkarten.

Die elektronische Unterstützung der Einsatzkräfte bei besonderen Schadensereignissen ist mittlerweile keine Ausnahme mehr, sondern entwickelt sich zu einem standardisierten Verfahren zur Unterstützung der Einsatzleitung und aller Verantwortlichen.

Künftig soll auch die Registrierung der Helfer an der Einsatzstelle, mittels modernster Technik schrittweise die Papierversion der Helfer-Meldekarte ablösen.

Die Registrierung von Helfern und Einsatzkräften ist neben der Patientenregistrierung, Kommunikation und Transportlogistik eine der zentralen Aufgaben von Unterstützungsruppen der Sanitätseinsatzleitung kurz UG-SanEL.

Heute erfolgt die Registrierung der eingesetzten Helfer mittels DRK-Meldekarte für Einsatzkräfte in dreifacher Ausfertigung, welche jeder Helfer bereits vorab ausgefüllt bei sich tragen sollte. Im Einsatzfall wird diese an einer definierten Registrierungsstelle abgegeben und der Helfer somit dokumentiert ins Einsatzgeschehen eingeführt.

All das bedeutet Handarbeit, gestaltet sich kompliziert und zeitraubend, ist aber für die korrekte Einsatzführung unabdingbar.

Im Rahmen der Installation eines elektronischen Stabs- und Einsatzführungssystem der Firma Euro-DMS sollte die Helferregistrierung künftig einfacher und effizienter durchführbar sein. Ein Pilotprojekt der Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes und der Firma Euro-DMS erprobt die Möglichkeiten des Personalmanagements für die elektronische Helfererfassung mittels RFID Chipkartensystemen aus dem Hause Maxicard GmbH – Gesellschaft für Kartensysteme.

Der englische Begriff Radio Frequency Identification (RFID) bedeutet im Deutschen „Identifizierung mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen“. RFID ist ein Verfahren zur automatischen Identifizierung von Gegenständen und Lebewesen. Neben der berührungslosen Identifizierung und der Lokalisierung von Gegenständen steht RFID auch für die automatische Erfassung und Speicherung von Daten.

Das Euro-DMS Modul Personalführung bietet jetzt die Möglichkeit, die Helfer komfortabel und Sekunden-schnell mittels seiner elektronischen Meldekarte im Führungsunterstützungssystem aufzunehmen und seine Mitwirkung bei der Einsatzbewältigung zu dokumentieren.
Die mittlere Erfassungszeit für einen Helfer liegt bei 5 Sekunden. Da im Einsatzleitwagen der UG-SanEL an mehreren Arbeitsplätzen gleichzeitig Helfer registriert werden können, ist es möglich, große Helfergruppen in adäquater Zeit im EDV System zu erfassen. Bei zwei RFID Lesegeräten pro UG-SanEL Einheit können so in 4,1 Minuten 100 Helfer elektronisch erfasst werden.

Als weitere Option ist natürlich zu jeder Zeit die manuelle Erfassung der Helferdaten im Einsatzleitwagen von jedem Arbeitsplatz aus möglich.

Es ist geplant, das elektronische Helfererfassungssystem nach den abschließenden, bislang positiv verlaufenen Testphasen, in den drei hierfür ausgewählten BRK Kreisverbänden Altötting, Rosenheim und Aichach-Friedberg landesweit zusammen mit der Euro-DMS als Standard einzuführen. Andere Hilfsorganisation haben bereits Interesse an diesem zukunftsweisenden Registrierungsverfahren für Einsatzkräfte bekundet.

(Autoren: Rudi Cermak, Martin Ibrom, Roman Seibold)

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