Die Krankenhauslandschaft und der Rettungsdienst


Berlin (rd.de) – Das Statistische Bundesamt veröffentlichte gestern einen Bericht zur aktuellen Krankenhausstatistik. Demnach befindet sich die Krankenhauslandschaft im Umbruch, was zu einer Verschiebung der Arbeit im Rettungsdienst führt.

Von 1991 bis 2008 hat die Zahl der Krankenhäuser um 13 % abgenommen, auch die Zahl der Krankenhausbetten sinkt stetig. Vergleicht man jedoch die durchschnittliche Bettenauslastung, so kann man feststellen dass die Auslastungsquote ebenfalls um etwa 10 % zurückgegangen ist: Lag die Bettenauslastung 1991 noch bei 86 %, sind heute 77 % der Durchschnitt. Diese Entwicklung, so erklären die Statistiker, hängt mit der Fallpauschalen-Vergügung zusammen. Die Krankenhausverweildauern sind in den vergangenen 16 Jahren dramatisch geschrumpft. In der Augenheilkunde und der Inneren Medizin um mehr als 50 %.

Die Veränderung der Krankenhauslandschaft lässt zudem an den Einlieferungs- und Entlassungsgründen ablesen. Demnach wird ein Drittel der Krankenhauspatienten keineswegs nach Hause entlassen, sondern in ein anderes Krankenhaus verlegt.

Spezialbehandlungen werden in entsprechend ausgerüsteten Häusern übernommen, während das Krankenhaus vor Ort für die Genesung und Anschlussheilbehandlung zuständig ist. Die Folge ist ein intensiver Patiententourismus, der auch unmittelbar auf Krankentransport und Rettungsdienst wirkt. Dabei ist der Rettungsdienst bei Verlegungen zwischen örtlichem Krankenhaus und Spezialklinik involviert, während der Krankentransport oft bei der ambulanten OP-Nachsorge zum Zuge kommt. Bedauerlicherweise sind aber die anfallenden Patienten-Transportzahlen in der Untersuchung des Bundesamtes nicht enthalten.

Steigende Einsatzzahlen im Krankentransport und Rettungsdienst werden schon heute oft in einen Zusammenhang zum demografischen Wandel gestellt, doch, so sagt das Statistische Bundesamt, der Demografiewandel kommt erst noch. In einer Modellrechnung gehen die Statistiker des Bundes von 12 % mehr Krankenhausfällen im Jahr 2030 aus.

Während das Statistische Bundesamt den Krankenhäusern rät, sich auf diese abzusehende Entwicklung einzustellen, sind die Auswirkungen auf Rettungsdienst und Krankentransport nicht untersucht worden.

Mehr Information: Destatis-Webseite

(11.12.2008)

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