Dachlandeplatz am Westküstenklinikum nimmt Betrieb auf


Foto: WKK/KienitzHeide (pm) – Es sieht aus wie aus einem Science-fiction-Film, dient aber dennoch der Sicherheit der Bevölkerung an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Eine futuristische Stahlkonstruktion mit Pfeilern und einer Landeplattform beherrscht mittlerweile den Anblick des Hauses B im Westküstenklinikum. Nach neun Monaten Bauzeit ist der neue Hubschrauberlandeplatz fertiggestellt, getestet und von den zuständigen Behörden frei gegeben worden.

Die Vorteile liegen vor allem in der Zeitersparnis. Schwer verletzte Patienten können per Hubschrauber eingeflogen und vom Landplatz in kürzester Zeit über eine Gangway in den Neubau gefahren werden. Dort können sie im Schockraum, im Zentral-OP, in der invasiven Kardiologie oder auch auf der Intensivstation sehr schnell untersucht und behandelt werden.

„Besonders nach schweren Unfällen zählt jede Minute. Mit dem neuen Hubschrauberlandplatz sparen wir jetzt viel Zeit, die unter Umständen lebensrettend sein kann“, erläuterte Harald Stender, Geschäftsführer der Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide gGmbH. „Außerdem“, so der Krankenhauschef weiter, „kommen wir mit der verbesserten Anbindung auch unseren Verpflichtungen als regionales Traumazentrum nach, dass für die Versorgung von Schwer- und Schwerstverletzten an der gesamten Westküste zuständig ist.“

Baulich stellte der Hubschrauberlandeplatz durchaus eine Herausforderung dar. Immerhin sollen auf der Plattform Helikopter bis zu zwölf Tonnen landen – zu viel für eine einfache Dachkonstruktion. Außerdem mussten Wind- und Wetterverhältnisse berücksichtigt werden. Also wurde über das Gebäude eine Art gigantischer „Tisch“ gestülpt, wobei die „Platte“ auf vier Stahlpfosten steht, für die Spezialfundamente hergestellt wurden, bei denen weitere Stahlpfosten bis zu zwölf Meter in den Boden gerammt wurden. Damit ist die Konstruktion sowohl sicher und tragfähig, als auch flexibel. Das zeigte sich schon bei der ersten Landung eines Hubschraubers der Bundespolizei.

Die Kosten des gesamten Landeplatzes liegen bei etwa zwei Millionen Euro. Der Auftrag für den Bau wurde Ende Januar 2010 an die Steenfelder Stahl- und Maschinenbau GmbH aus Westoverledingen in Ostfriesland erteilt. Wegen des langen und kalten Winters konnte jedoch erst gegen Ende März mit der Erstellung der Fundamente begonnen werden. Die Montage der Stahlkonstruktion ging dann jedoch sehr zügig, sodass am 11. Oktober die luftfahrtrechtliche Abnahme des Projektes durch die zuständige Behörde aus Kiel erfolgen konnte. Es folgten letzte Abnahmen und Betriebstests.

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