Crew Fitness hält Körper und Seele gesund


Filderstadt (DRF) – Die Anzahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen steigt kontinuierlich an: Zwischen 2001 und 2010 hat sich der Anteil an Arbeitsunfähigkeitstagen mit 13 Prozent fast verdoppelt. Das hat ein Langzeit-Vergleich des Bundesarbeitsministeriums ergeben. Die DRF Luftrettung sorgt mit einem betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) für Rettungsassistenten vor: Die sogenannte Crew Fitness ist auf die besonderen Anforderungen des Berufs zugeschnitten und setzt jährlich neue Schwerpunkte – 2012 steht die „Work-Life-Balance“ im Fokus.

Die DRF Luftrettung setzt bei ihrer Crew Fitness auf ein ganzheitliches Konzept aus körperlicher Fitness und Psychohygiene. Das Programm ist fest in die jährlichen Pflichtfortbildungen der Rettungsassistenten, bei denen notfallmedizinische Themen auf der Agenda stehen, integriert: So beginnen die Tage jeweils mit einem kurzen Lauf und in den Pausen trainiert ein Fitness-Coach spezielle Rückenübungen. Zudem finden verschiedene Theorie-Einheiten zu jährlich wechselnden Schwerpunkten statt – 2012 beispielsweise zu den Themen Zeitmanagement und Stressabbau. „Uns geht es vor allem darum, die Mitarbeiter gesund und leistungsfähig zu halten“, erklärt Christian Müller-Ramcke, stellvertretender Fachbereichsleiter Medizin. „Wir möchten ihnen zeigen, wie sie Familie, Sport und Beruf unter einen Hut bringen.“

Crew Fitness bringt messbare Erfolge

Eine besondere Motivation stellt der Fitnesstest dar, den die Teilnehmer jedes Jahr absolvieren können: Dabei wird unter anderem das sogenannte Body Age, das biologische Alter, ermittelt. „Im Vergleich sehen die Teilnehmer ihre Fortschritte dann auf einen Blick“, sagt Müller-Ramcke. Die Mitarbeiter empfinden die Crew Fitness als Wertschätzung vonseiten ihres Arbeitgebers und nutzen das Angebot: Nach Angaben des Unternehmens nehmen etwa 95 Prozent am Fitnesstest teil. Die meisten von ihnen treiben inzwischen regelmäßig Sport und einige stehen laut Müller-Ramcke sogar vor ihrem ersten Marathon. Eine Analyse aus dem Jahr 2008/2009 bildete zudem erste messbare Erfolge ab: Die 31 Teilnehmer konnten ihr Body Age innerhalb eines Jahres im Mittel um vier Jahre verringern. Ihr Body Mass Index (BMI) hatte sich von durchschnittlich 28 auf 27,4 verbessert und sie waren beweglicher als zuvor.

Das A und O: körperliche Fitness und psychische Stabilität

Die Rettungsassistenten müssen für ihren Beruf zum einen körperlich fit sein: „Es kommt durchaus vor, dass sie größere Strecken laufen oder beispielsweise Hindernisse überwinden müssen, um zu einem Patienten zu gelangen“, so Müller-Ramcke. Denn bei Notfalleinsätzen, die rund zwei Drittel aller Einsätze der DRF Luftrettung ausmachen, findet sich ein geeigneter Landeplatz häufig nicht direkt vor Ort. Zusätzlich müssen die Rettungsassistenten oft schwer heben, etwa, wenn sie die Patienten in den Hubschrauber einladen. Daher sind ein regelmäßiges Herz-Kreislauf- und Rückentraining sehr wichtig.

Zum anderen müssen die Rettungskräfte auch psychisch stabil sein: „Sie sind unter anderem mit schwersten Verletzungen, Krankheiten und Unfällen konfrontiert, die andere Menschen in der Regel nicht sehen müssen“, berichtet Müller-Ramcke. „Besonders belastend sind zum Beispiel Kindernotfälle.“Aus diesem Grund sei es besonders wichtig, den Stress abzubauen. Dabei möchte die DRF Luftrettung ihre Mitarbeiter unterstützen, indem sie ihnen Methoden des Stressmanagements vorstellt – auch Sport zählt dazu.

Mitarbeiter binden und gesund halten

Die medizinische Leitung der DRF Luftrettung möchte ihre Rettungsassistenten mit dem Crew Fitness Programm zum einen an die Organisation binden: „Wenn ein qualifizierter Mitarbeiter ausfällt, hinterlässt er eine große Lücke. Neue Fachkräfte einzuarbeiten kostet Zeit und damit Geld“, erklärt Müller-Ramcke. Zufriedene Mitarbeiter bleiben einem Arbeitgeber in der Regel erhalten. „Daher möchten wir unseren Mitarbeitern zeigen, dass sie und ihre Gesundheit uns sehr am Herzen liegen.“ Nicht zuletzt möchte die DRF Luftrettung ihre Mitarbeiter natürlich fit für den anspruchsvollen Job halten.

2 Responses to “Crew Fitness hält Körper und Seele gesund”

  1. Thomas on Juli 10th, 2012 16:42

    Da können sich andere Unternehmen direkt mal ein Beispiel an der DRF nehmen.
    Dies ist eine sehr gute Präventivmaßnahme gegen Stress während der Tätigkeit.
    Körperliche Fitness und psychische Stabilität sind untrennbar miteinander verknüpft.

  2. Stefan on Juli 10th, 2012 17:53

    @Thomas
    Die DRF kann halt mal nicht eben bei einem Ortsverein anrufen und fragen ob irgend ein Ehrenamtlicher Lust hat RTH zu fliegen. Im Bodenrettungsdienst gibt’s da mehr personelle Ausweichmöglichkeiten.

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