Champions League: Fans feierten friedlich


München/Dortmund (BRK/BF) – Ausnahmezustand in München und Dortmund: Während in London am Samstagabend (25.05.2013) das Finale der Fußball Champions League über die Bühne ging, hatten die Einsatzkräfte in München und Dortmund alle Hände voll zu tun. Die Fans des FC Bayern bzw. des BVB feierten ihre „Helden“. Außergewöhnliche Vorkommnisse meldeten die Sanitätsdienste aber nicht.

In München war das BRK nach dem Sieg des FC Bayern bis in die frühen Morgenstunden gefordert. Zunächst übernahmen 60 ehrenamtliche Helfer in der Münchner Arena den Sanitätsdienst für die rund 30.000 Zuschauer, die das Endspiel dort auf Großleinwänden verfolgten. 56 Mal musste Erste Hilfe geleistet werden. Fünf Patienten brachte der Rettungsdienst in Krankenhäuser.

„Nach dem Spiel waren wir stark gefordert, weil die Fans das Spielfeld stürmten“, berichtet Rotkreuz-Einsatzleiter Volker Ruland.

Als dann ab 20:30 Uhr die Fans nach und nach zum Feiern auf die Münchner Leopoldstraße strömten, wurden sie vom BRK und den befreundeten Hilfsorganisationen schon erwartet: Das Rote Kreuz hatte eine mobile Einsatzzentrale in der Franz-Joseph-Straße eingerichtet, um die mobilen Einsatzteams zu koordinieren und für schnelle Erste Hilfe zu sorgen.

Vorsorglich waren auch Schnell-Einsatz-Gruppen Transport und zusätzliche Rettungswagen im Einsatz, um den regulären Rettungsdienst zu entlasten. Das war jedoch nur 14 Mal notwendig, 35 Patienten versorgten die ehrenamtlichen Helfer insgesamt.

Nach Ende der Veranstaltung in der Arena (ca. 01:15 Uhr) verstärkten die dort eingesetzten Teams die Kollegen auf der Leopoldstraße. Viele Fahrzeuge waren als mobile Sanitätsstationen entlang der Fan-Meile positioniert. Außerdem setzten die Hilfsorganisationen fünf Motorräder ein.

„Trotz der vielen Scherben, des Gedränges und des Alkohols blieb es für uns bei erfreulich wenigen Einsätzen“, zieht Rotkreuz-Einsatzleiter Jürgen Terstappen Bilanz. „Vor allem Schnittwunden mussten unsere Helfer versorgen, insgesamt war es aber ein friedliches und ausgelassenes Fußballfest.“

Trauer in Dortmund

„Auch wenn Borussia Dortmund das Finale nicht gewonnen hat, haben die Dortmunder Fußballfans wieder einmal gezeigt, dass sie friedlich und meisterlich feiern können und auch bei einer Niederlage sportlich hinter ihrer Mannschaft stehen“, zieht die Feuerwehr Dortmund ebenfalls eine positive Bilanz der Champions-League-Nacht.

Die meisten kleineren Erkrankungen und Verletzungen, die an den zentralen Anlaufstellen für die Übertragung des Endspiels (Friedensplatz, Hansaplatz, Reinoldikirchplatz, Borsigplatz, Alter Markt und in den Westfalenhallen) auftraten, konnten von den dort extra eingerichteten Sanitätshilfsstellen versorgt werden.

In 44 Fällen musste die Einsatzleitstelle einen Rettungs- oder Krankentransportwagen zur Unterstützung an die Sanitätsstellen entsenden, um verletzte Personen aufzunehmen und ins Krankenhaus zu bringen. „Bezogen auf die hohe Zahl von zehntausenden von Besuchern ist dies als gering zu bewerten“, so die Feuerwehr.
 
Die umfangreichen Vorbereitungen, die für den Fall getroffen worden waren, dass der BVB das Endspiel siegreich bestreitet, waren nun nicht mehr erforderlich. Zahlreiche Einheiten aus Dortmund und Umgebung hätten im Falle eines Dortmunder Sieges am Sonntag im Ausbildungszentrum der Feuerwehr in Bereitstellung gestanden, um im Zusammenhang mit dem geplanten Autocorso und den Fan-Festen in der Innenstadt die Sicherheit der Dortmunder Bevölkerung und der Gäste zu gewährleisten.

(Foto: G. Bücherl/Rotes Kreuz)

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