Berliner stürzt acht Meter an der Schärtenspitz


BRK)Ramsau (BRK/ml) – Ein 44-jähriger Kletterer stürzte acht Meter ins Seil. Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau mussten den Berliner unter schwierigsten Bedingungen bei Nebel aus der Wand retten. Der geübte und sichere Kletterer befand sich im Vorstieg des Schärtenspitz-Westgrates in der vorletzten Seillänge, als er in brüchiges Terrain geriet. Als ihm ein Griff ausbrach, stürzte er rund acht Meter tief ins Seil und verletzte sich dabei schwer am rechten Arm. Seine Seilpartnerin konnte ihn halten, hatte aber weder Sichtkontakt zum Verunfallten noch die Möglichkeit, Hilfe anzufordern; Mobiltelefone haben in der abgelegenen Region meist keine ausreichende Netzanbindung. Trotzdem kam unerwartet Hilfe: Kletterer in der Nähe der Unfallstelle hatten den Sturz beobachtet und liefen zur Blaueishütte, von wo aus ein Notruf bei der BRK-Rettungsleistelle abgesetzt wurde. Der sofort alarmierte Einsatzleiter der Bergwacht Ramsau schickte den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“. Die Hubschrauberbesatzung konnte zwei Bergretter mit Gerät in der Nähe des Gipfels im Schwebeflug aussetzen, bevor abrupt aufziehender Nebel weitere Flüge unter Sicht und die Rettung per Tau unmöglich machte. Die Einsatzkräfte stiegen vom Gipfel bis zur Unfallstelle ab und bereiteten eine bodengebundene Wandrettung vor, wobei per Akkubohrer Sicherungspunkte im Fels gesetzt wurden; zwei Mann seilten sich rund 80 Meter vertikal bis zum Verletzten ab. Nach medizinischer Erstversorgung in der Wand seilte sich ein Bergretter mit dem Verletzten bis zum Wandfuß am ersten Schärtenturm ab, während der zweite Retter mit der Seilpartnerin zur gleichen Stelle abseilte. Der Patient war trotz Verletzung in der Lage, vom Bergretter am Seil geführt und von oben gesichert über eine steile Schrofenrinne - dem so genannten Notausstieg der Route - bis auf den Normalweg hoch zu klettern, wo er von weiteren Bergrettern in Empfang genommen wurde. Eine Wolkenlücke ermöglichte es dem Salzburger Notarzthubschrauber „Christophorus 6 den Kletterer aufzunehmen und ins Krankenhaus zu fliegen.

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