Bergwacht: Hubschrauberbergung mit variablen Tau


BRKPIDING (ml) – Bergwacht-Luftretter, Rettungsassistenten, Notärzte und Piloten der Traunsteiner Rettungshubschrauber-Station „Christoph 14“ trainierten im schwierigen Gelände des Pidinger Klettersteigs auf der Nordseite des Hochstaufens die Bergung mit dem variablen Rettungstau.Bei optimalem Flugwetter konnte am 4. Mai 2008 die Handhabung des Variablen Rettungstaus, die so genannte Kaper-Bergung und der Abtransport des Patienten per Gebirgstrage, Rettungssitz oder Luftrettungssack geübt werden.

Dabei wurde erstmals der gleichzeitige Einsatz von zwei Abseilsystemen getestet: In nur einem Anflug können sich so zwei Retter nacheinander zur Unfallstelle abseilen und sofort mit der Patientenversorgung beginnen; das Verfahren spart im Ernstfall Zeit und ermöglicht eine rasche Einsatzabwicklung, die bei instabilen Verunfallten oder aufziehenden Schlechtwetter-Fronten lebensrettend sein kann.

BRKBeim Kaper-Verfahren wird der Bergwacht-Luftretter am variablen Tau zum Patienten geflogen, der in seiner Selbstsicherung im Steig hängt. Zuvor konnte nur der Pilot durch Bewegung des Hubschraubers den am Fixtau hängenden Retter zur Unfallstelle ablassen. Beim neuen Verfahren hängt der Retter unmittelbar unter dem Hubschrauber und kann sich eigenständig abseilen. Mit einer Hand bedient er das Abseilgerät, das durch einem Hebelgriff zwei Bremspositionen und eine Abseilposition vorgibt. So kann die Abseilgeschwindigkeit geregelt oder die Talfahrt gestoppt werden.

Für den Piloten stellt diese Rettungsart allerdings keine Erleichterung dar. Für den Augenblick der Patientenbergung mit dem Rettungstrapez ist der Hbschrauber per Seil fest mit dem Berg verbunden. Der Retter sichert den Verunfallten ans Rettungstau; danach wird die Selbstsicherung durch Abheben entlastet und mit einer Kaperschere durchtrennt.

„Das System Variables Tau basiert auf der seit Jahren gewachsenen Zusammenarbeit zwischen Bergwacht und Rettungsassistenten der Hubschrauber-Station“, erklärt Stationsleiter Wolfgang Meyer vom BRK. Mit viel persönlichem Einsatz haben die heimischen Experten ein praxistaugliches Verfahren entwickelt, intensiv getestet und schließlich für den Alltagsbetrieb angepasst und eingeführt. Nach vollzogener Praxis-Einweisung der Bergwacht-Luftretter und der Notärzte gehört das Set seit Anfang April 2007 zur Standardausrüstung der beiden Rettungshubschrauber „Christoph 14“ in Traunstein und „Christoph 17“ in Kempten.

(Text/Bild: BRK, KV Berchtesgardener Land)

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