Bad Bentheim: 12 Tage Dauereinsatz für das DRK


Gildehaus (Christian Holke, DRK Bad Bentheim) – Es war der größte Einsatz des Deutschen Roten Kreuzes in Bad Bentheim seit 1996. Der Brand in Deutschlands größtem Holzkohlelager beschäftige Feuerwehr und Rotes Kreuz 12 Tage lang.

Am Donnerstagnachmittag dem 24.4.2008 wurde die Ortsfeuerwehr Gildehaus gegen 17.00 Uhr zu einem Brand in einer Lagerhalle in das Gildehauser Industriegebiet gerufen. Dort seien einige Paletten mit Holzkohle in Brand geraten. Die Einsatzkräfte konnten das Feuer schnell unter Kontrolle bekommen, doch als zum Freiräumen der Lagerhalle die Tore geöffnet wurden, zündete das Feuer durch. Um 20:30 Uhr alarmierte die Einsatzleitung vor Ort die Feuerwehr Bad Bentheim voll, und Teile der Feuerwehren Schüttorf und Nordhorn, das THW aus Nordhorn und die Bereitschaft des DRK Ortsvereins Bad Bentheim & Gildehaus. In der mehr als 13000 m² großen und mehr als acht Meter hohen Halle waren bis in die letzte Ecke mehrere 10.000 Paletten Grillkohle (ca. 2100 LKW Ladungen) gelagert.

Die Bereitschaft des DRK Bad Bentheim & Gildehaus konnte nach der Alarmierung 13 Einsatzkräfte mit drei Fahrzeugen, einem KTW, einem Gerätewagen Sanitätsdienst und einem Einsatzleitwagen, den 12 Kilometer entfernten Einsatzort erreichen. Die DRK-Helfer errichteten binnen einer halben Stunde eine Betreuungs- und Versorgungsstelle mit Hilfe eines Schnelleinsatzzeltes. Beheizt wurde das Schnelleinsatzzelt mit einer 40kW starken Dieselheizung, die eigens für Einsätze dieser Art auf dem Gerätewagen Sanitätsdienst mitgeführt wird. Die Ausleuchtung der Betreuungs- und Versorgungsstelle wurde mit Hilfe eines mitgeführten Beleuchtungsanhängers durch das DRK solange übernommen bis das THW die Gesamtstromversorgung der Einsatzstelle sicherstellen konnte. Parallel zur Errichtung der Betreuungs- und Versorgungsstelle wurden zwei DRK-Sanitätsdiensthelfer mit dem KTW zur medizinischen Absicherung aller Einsatzkräfte abgestellt.

Verpflegung für 200 Einsatzkräfte

Da ein Einsatzende nicht absehbar war, wurde sas DRK von der Einsatzleitung mit der Versorgung aller Einsatzkräfte beauftragt. Für die Verpflegung in einer solchen Größenordung ist die DRK-Sanitätseinheit nicht ausgelegt. Um 21.30 Uhr alarmierte DRK-Einsatzleiter Heiner Alsmeierdie Bereitschaft des benachbarten DRK Ortsvereins Schüttorf. Die DRK-Helfer aus Schüttorf sind speziell für die Verpflegung einer großen Anzahl von Personen spezialisiert. Um 23:30 Uhr errichteten die Kollegen aus Schüttdorf in einem weiteren Schnelleinsatzzelt eine Essensausgabe. Gegen 00:00 Uhr konnten die ersten Einsatzkräfte sich mit einer warmen Mahlzeit stärken.

Halle verloren, Versorgungsstelle in Gefahr


Um 01:00 Uhr musste die Feuerwehr die Halle aufgeben, da sie einzustürzen drohte. Damit stand die Betreuungs- und Versorgungsstelle des DRK nun plötzlich im direkten Gefahrenbereich und musste komplett ab- und an einer sicheren Stelle neu errichtet werden.

Noch in der Nacht wurde eine Ablösung für die im Einsatz befindlichen DRK-Helfer organisiert, welche dann auch bereits gegen 06:00 Uhr mit Frühstück für mehr als 200 Einsatzkräfte eintraf. Im weiteren Einsatzverlauf versorgten die DRK-Helfer aus Schüttorf die Einsatzkräfte mit vier warmen und kalten Mahlzeiten am Tag. Die DRK-Helfer der Bereitschaft Bad Bentheim & Gildehaus übernahmen die Versorgung mit Kalt- und Warmgetränken und die sanitätsdienstliche Absicherung der Einsatzkräfte.

Sieben Helfer im Dreischicht-System

Von Freitagmorgen, 25.04.2008 bis zum Dienstagmittag, 29.04.2008 organisierte sich das DRK in einem Dreischicht-System, bei dem durchgehend sieben Einsatzkräfte des DRK vor Ort waren; 2 Helfer für die medizinische Absicherung der Einsatzkräfte, 4 Helfer für die Betreuungs- und Verpflegungsstelle und eine Führungskraft. Da die Feuerwehr weiterhin eine Brandsicherheitswache stellen musste übernahm das DRK bis zum Montagmorgen, 05.05.2008 – 08:00 Uhr weiterhin die Verpflegung der Einsatzkräfte.

Hygiene- und Umweltschutz sind selbstverständlich

Für die Hygiene an der Einsatzstelle wurde ein separater Platz mit mobilen Chemietoiletten, Wasch- und Desinfektionsmöglichkeiten eingerichtet. Ebenso wurde mit Hilfe eines Geschirrmobiles das benutzte Geschirr umgehend gesäubert. Grundsätzlich wird seitens des DRK versucht, auch auf den Umweltschutz zu achten und gerade auch bei einer Verpflegung in dieser Größenordnung kein Einweggeschirr zu benutzen.

Ende nach 1.000 Dienstunden

Die 37 Helfern des Deutschen Roten Kreuzes leisteten mehr als 1.000 Dienststunden. Mehr als 2.000 warme Mahlzeiten, 1.250 Tassen Kaffee, 1.000 Tassen Tee und 1.500 Kaltgetränke wurden ausgegeben.

(Fotos: DRK Bad Bentheim)

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