Ärztliche Leiter kritisieren rettungsmedizinische Studiengänge


Köln (pm/rd.de) – Der Bundesverband Ärztlicher Leiter Rettungsdienst kritisiert Bachelor- und Masterstudiengänge, in denen notfallmedizinische Studieninhalte breiten Raum einnehmen. Solche Studien führen auf keinen Fall zu einer medizinischen Qualifikation nach dem Heilberufe-Gesetz. Die Notärzte befürchten offenbar, dass hier eine Entwicklung zum „Notarzt-Light“ gesetzt werden soll. Studierende sollten sich besser in Fragen von Organisation und Management qualifizieren.

Die seit mehreren Jahren zu beobachtende Tendenz einer Akademisierung von Gesundheits-Berufen ist im Hinblick auf eine komplexere Arbeitswelt und anspruchsvollere Aufgaben nachvollziehbar und politisch gewollt. Die Schwerpunkte dieser Studiengänge sind sinnvollerweise thematisch auf Methodik, Didaktik, Organisation und Management hin ausgerichtet.

In den letzten zwei Jahren werden allerdings zunehmend Bachelor- und Masterstudiengänge eingerichtet, in denen notfallmedizinische Inhalte einen besonderen Schwerpunkt einnehmen. In der öffentlichen Bewerbung dieser Studiengänge werden als Studienziele oft eine „Erweiterung der Regelkompetenz“, „humanmedizinische Kenntnisse der Akutdiagnostik und Akuttherapie“, sowie späteres „selbstständiges Arbeiten“ genannt. In den Modulen finden sich dann auch invasive Maßnahmen, die bisher nicht einmal im Humanmedizinstudium gelehrt werden, sondern erst in der fachärztlichen Weiterbildung.

Die Werbeaussagen und Studieninhalte dieser notfallmedizinisch orientierten Studiengänge bilden somit nicht für die komplexere Arbeitswelt aus, sondern ähneln einem auf Notfälle spezialisierten und reduzierten Medizinstudium. Diese Verbindung von Hochschulstudium und Notfallmedizin erweckt dabei den Eindruck, dass hier eine eigenständige notfallmedizinische Qualifikation entsteht, die zur Ausübung der Heilkunde berechtigen würde. Gleichzeitig wird damit suggeriert, dass mit den Absolventen derartiger Studiengänge ein etwaiger Ärztemangel ausgeglichen werden kann.

Im Rettungsdienst werden im Einsatz entsprechend den landesrechtlichen Vorgaben Notärzte, Rettungsassistenten mit einer zweijährigen (zukünftig dreijährigen) Ausbildung, sowie Rettungssanitäter und Rettungshelfer eingesetzt.

Für den Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst stellt sich damit die Frage, wie mit den Absolventen dieser Studiengänge umzugehen ist, wenn sie Einsatztätigkeiten im Rettungsdienst aufnehmen.

Der Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst weist darauf hin, dass derartige
Studiengänge nicht zu einer eigenständigen Ausübung der Heilkunde qualifizieren und berechtigen. Die eigenständige regelmäßige heilkundliche Tätigkeit ohne Approbation verstößt gegen gesetzliche Vorgaben, insbesondere gegen das Heilpraktikergesetz und gegen die Heilberufsgesetze der Länder. Im Einsatzdienst dürfen nur Personen entsprechend ihrer landesrechtlich vorgegebenen Qualifikation als Notarzt, Rettungsassistent, Rettungssanitäter oder Rettungshelfer eingesetzt werden.

Die Stellungnahme, unterzeichnet vom Vorsitzenden des ÄLRD-Bundesverbandes, Dr. Alex Lechleuthner, wurde auf der Herbsttagung des Bundesverbandes einstimmig verabschiedet. Lechleuthner selbst ist Dozent an der FH Köln im Bereich Rettungsingenieurswesen, einem auf organisatorische Fragestellungen konzentriertem Studiengang.

12 Responses to “Ärztliche Leiter kritisieren rettungsmedizinische Studiengänge”

  1. Heinrich Schwarz on September 26th, 2011 15:06

    “Notarzt-light”? Der Verteilungskampft im Gesundheitswesen geht weiter. Natürlich steckt hinter dieser Stellungnahme ein berufsständiges Interesse der Ärzteschaft, die verständlicherweise ihre Claims nicht teilen will. Das Gerangel um Kompetenzen gibt‘s ja wohl heute schon.

    Verschärft wird das Ganze durch den immensen finanziellen Druck. Menschen mit einer ganz zielgerichtete BA/MA-Qualifikation in Notfallmedizin sind schneller mit dem Studium fertig und vor allem preiswerter einzukaufen als Mediziner mit einem langen Rundum-Medizinstudium. Sparen auf Kosten der Qualität ist leider ein bekanntes Mittel in der Gesundheitspolitik. Auf der anderen Seite ist es eine spannende Frage, wer dann letztlich die Versorgung eines Menschen mit Polytrauma besser gewährleistet.

    Warum aber das eine gegen das andere ausspielen? Was spricht denn gegen eine akademische Qualifizierung der heutigen Rettungsassistent_inn_en? Die zunehmenden Arbeitsverdichtung, die miserable Bezahlung und das hohe Burn-out-Risiko im Rettungsdienst schreien doch geradezu nach einer Veränderung des Berufsbildes.

    Was fehlt: Eine starke Interessensvertretung des Rettungsdienstes. Von den Ärzten gäb’s hier viel zu lernen. Und warum nicht eine gemeinsame Strategie über die Berufsgrenzen hinweg? Warum können nicht hochqualifizierte Notfall-BAs mit kompetenten Fachärzten der Rettungsmedizin zusammenarbeiten? Gerade wenn es vor dem Hintergrund des allseits beklagten Ärztemangels von Letzteren immer weniger geben wird?

  2. weiss on September 26th, 2011 23:21

    „Warum können nicht hochqualifizierte Notfall-BAs mit kompetenten Fachärzten der Rettungsmedizin zusammenarbeiten?“

    Du beantwortest es dir doch selbst:

    Weil die starke Ärzte Lobby das erfolgreich verhindert…

  3. thomaswagner on September 27th, 2011 09:05

    Die ganze Diskussion um erweiterte Kompetenzen von RD-Fachpersonal ist meiner Meinung nach reine Zeitverschwendung, solange es keine saubere und rechtlich einwandfreie Novellierung des RettAssG gibt.
    Ohne diese Grundlage ist die Frage des Zugestehens oder (Nicht-) Abtretens irgendwelcher Kompetenzen gleichwohl eine Art „Leerverkauf“. Die Aufwertung des Berufsbildes RettAss sozusagen durch die Hintertür der Akademisierung mag man, neben den wirtschaftlichen Interessen der betreffenden Hochschulen, vielleicht als versteckten Hinweis, jetzt endlich mal Nägel mit Köpfen in Bezug auf die seit mittlerweile 20 Jahren vor sich hindümpelnde RettAssG-Novellierung zu machen, verstehen können. Da jedoch die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen eine Nutzung derartiger Studiengänge derzeit nicht hergeben, ist sowas reine Zeit- und Geldverschwendung. Aber diese Aussage von mir wurde ja schon öfter von Betroffenen, die ihre Augen vor der Realität verschliessen, als „ahnungslos“, „sozialneidisch“ usw. bezeichnet…

    Einzig in der Ausbildung könnte ich mir für Lehrpersonal einen derartigen Studiengang mit Schwerpunkt Pädagogik, aber auch einem erhöhten Anteil an (notfall)medizinischen Kenntnissen (auch invasiven Maßahmen) vorstellen, jedoch nicht um diese zu lehren, sondern ein größeres Background-Wissen zu besitzen und damit im Ausbildungsgeschehen entsprechend sattelfester zu sein.

  4. S Steingrobe on September 27th, 2011 21:04

    Im Zuge dieser Diskussion erlebt man immer wieder, wie krampfhaft sich die Ärztelobby an veraltete Gesetze (Heilpraktikergesetzt) und Grundlagen klammert, die schon seit Jahren als überholt erscheinen.
    Niemand hat das Bedürfnis den Arzt zu vertreiben. Dennoch muss man sich in den Grundlagen die Frage stellen: Wie soll es weitergehen. Es gibt so viele Artikel in der Presse wo der Notarztmangel beschrieben und allgegenwärtig ist.
    Nationen wie die USA und vor allem UK gehen den Schritt schon lange weiter vorwärts. In UK sind mittlerweile etliche Bachelor und Masterabsolventen unterwegs. Rettungsmedizin muss professionalisiert werden. Ein Notarzt mit 10 lebensrettenden Einsätzen und 15 nachgewiesenen Intubationen, 80h Kurs und ein paar Monate Intensivstation ist nicht mehr das geeignete Maß, um Qualität auf der geforderten Ebene im Rettungsdienst zu erbringen. Das sollte auch Herrn Dr. Lechleutner endlich mal einleuchten.

    Rettungsmedizin MUSS eine eigene Profession werden, was beeinhaltet, dass daraus eine eigene Wissenschaft werden muss. Hier gehören medizinische Inhalte analog den Grundlagen der Humanmedizin mit hinein, wie auch Taktische, Organisatorische und sonstige Grundlagen. Rettungsdienst ist nicht nur viel Medizin und sonst nichts. Daher diskualifizieren sich gerade die meisten Kliniker über zuwenig Wissen um dieses umfangreiche Fachgebiet.

    Die Diskussionen gerade durch führenden internationale Funktionäre des Rettungsdienstes gehen genau in diese Richtung. Professionalisierung und Bildung einer eigenen Fachgesellschaft der Wissenschaften. Eine 3 jährige Rettungsassistentenausbildung wird uns spätestens in 3-5 Jahren einholen, wenn das Notarztwesen immer weiter bröckelt und die Qualität immer weiter sinken wird. Sie hat mittlerweile ein bedrohliches Maß erreicht.

    Somit kann und muss eine Akademisierung des Rettungsdienstfachpersonal erfolgen. Dieses ist der langfristige Weg.

    Große Nationen machen es vor, doch die Berufsverbände und vor allem die Beteiligten der Gesundheitskonferenz zur Novellierung des RettAssG sind Interessensverbandsvertreter. Wie soll dieses Gremium eine qualifizierte Ausbildung entwerfen, wenn es um die Spezialisten von den entsprechenden Fachgebieten fehlt. Ist ein Führungsmitglied einer HiOrg ein Spezialist im Rettungsdienst? Ich behaupte nein.

    Sollte nicht ein Gremium gebildet werden, dass wirklich darum bemüht ist, ein schlagkräftiges und qualitatives Bild zu schaffen, sehe ich schwarz für die Zukunft des Rettungsdienstes in Deutschland.

    MfG
    Steingrobe

  5. tom on September 27th, 2011 22:00

    Guten Morgen…..

    für die, die es noch nicht wissen:

    das HPG findet keine Anwendung in der Notfallmedizin.

    Liebe Ärzte, rechtlich darf jeder alles, was er nachweislich Erlernt hat und beherrscht.

    Der Notarzt hat bei einer qualifizierten RTW – Besatzung keine Darseinsberechtigung.

  6. René on September 28th, 2011 10:56

    guten morgen allseits

    guten morgen tom,
    Vorsicht vor Überheblichkeit!
    die Aussage über die Daseinsberechtigung eines NA kann ich nur als provokation auffassen.
    ( alter Spruch und doch wahr: Ignoranz kann alles!- – mindestens genauso provozierend gemeint!)

    Tatsachen sind:
    – Derzeit ist nicht jede RTW- Besatzung hinreichend Qualifiziert!
    – Standards- Algorithmen im Sinne der Qualitätssicherung – und Qualitätssteigerung sind ebensowenig überall implementiert.
    – Die Arbeitsqualität – die arbeitsergebnisse des Rettungsdienstes sind nicht hinreichend belegt, somit sind weder die notwendigkeit bestimmter Maßnahmen noch die daraus notwendigen Qualifizierungen hinreichend BELEGBAR es sei den durch tradition
    -die dreijährig ausbildung — und vor allem deren tatsächlichen und notwendingen inhalte — lassen auf sich warten

    Die Erfahrung zeigt uns, die wir regelmässig und mit einer gewissen Berufserfahrung (Lebensarbeitszeit) tätig sind, dass der eine ohne den anderen nicht Kann.
    Zeigt uns nicht auch die Erfahrung, dass ein als von uns als gute Abeit bewertetes Ergebniss, nur in einer Reibungsloser Teamarbeit erreicht wurde? Kennt nicht jeder von uns „seinen“ Notarzt bei dem es „läuft“? weil sich beide aufeinander verlassen?
    ist das nicht in den meisten aller NA Einsätze der Fall?

    Verwaltungen, Institutionen haben diese Sicht naturgemäss nicht!
    Die Sicht auf Gesetze und Vorgaben, auch zum Schutz des operativ tätigen RD-teams sind deren primäre Aufgaben.
    Vertreter von Verbänden – sind naturgemäß Lobbyisten.
    Insofern sind alle Stellungnahmen aus dieser Sicht und dieser Haltung zu verstehen und zu respektieren.
    Das sich eine solche „Instituion“ auch nur bedingt öffentlich hinterfragt— wäre wohl mehr als zu viel verlangt

    Es fehlt an der gegenseitigen gemeinsamen Augenhöhe um in einen produktiven diskusionsprozess zu gelangen.
    Hierfür muss aller dings das nicht akademische RD Personal erst einmal seine Aufgaben erfüllen.
    Ein hinreichendes Selbstverständniss gespeisst aus einer gleichwertigen selbstbewussten und selbstkritischen Haltung. Der Bereitschaft hinzuzulernen und auch unkonventionelle Wege zu gehen, Wissen schaft bessere Argumente!
    Aber vor allem auch ein Berufsverband- eine gewerkschaftliche Vertretung
    Damit erhalten wir die notwendige Gelassenheit, um nicht reflexartig wie ein kleine Terrier loszubellen,
    Machmal, Brüllen sogar Löwen ganz brav…

    Und das Bewusstsein, dass wir alle ein gemeinsames Ziel haben
    die qualifizierte und gute Behandlung unseres Patienten gleichgültig welchen berufsabschluss wir haben.

  7. Sascha Steingrobe on September 28th, 2011 16:44

    @René:

    Hallo. Ich gebe Ihnen bedingt Recht.

    Der deutsche Rettungsdienst sprüht gerade vor Inhomogenität.
    Dieses ist aber in beiden Berufsgruppen zu finden. Den RA und NA.

    Wo hingegen die meisten RA immer gerne mehr Weiterbildungen erhalten mögen und sich auch in den internationalen Algoryhthmen und verbindlichen Versorgungsstrukturen bilden und bilden möchte, da stehen die Ärzte nebenan und wissen noch nicht mal um die Änderungen der Therapie von ACS und Co nach 2010.

    Ich denke mal, dass jeder vor seiner eigenen Tür kehren sollte. Die Ärzte sollten sich endlich den Notwendigkeiten der Notfallmedizin verschreiben und nicht denken, dass eine Tätigkeit auf einer Intensivstation Kenntnisse der Versorgungsalgorhythmen im Rettungsdienst autoamtisch beeinhaltet.
    Auch die Weiterbildung zum Notarzt sollte hier dringenst überarbeitet werden, um es professionell werden zu lassen.

    Die RA himgegen sollten auch versuchen, ihre Berufsgruppe zurecht zu rücken und um einheitliche Qualität bemüht sein. Angriffe von beiden Seiten auf einander, bringen nicht den gewünschten Erfolg.
    Dennoch sehe ich das Bestreben der RA sich zu akademisieren eher als positiven Aspekt, als wie es die ÄLRD sehen.
    Diese Sichtweise ist reinweg standespolitisch geformt, ohne die Sinnhaftigkeit dieser Option objektiv und wissenschaftlich klar zu hinterfragen.

    LG

    S.Steingrobe

  8. locco on September 28th, 2011 17:35

    Bei einer dreijährigen Ausbildung gleich von einer Akademisierung zu reden ist gänzlich falsch! Eine Akademische Aus- und Fortbildung im Rahmen eines 3 bis 3 1/2-jährigen Bachelor-Studienganges ist jedoch durchaus wünschenswert in bestimmten Bereichen. Bietet sie schließlich die Möglichkeit einen Schritt weiter zu gehen.

    Ich würde auch nicht immer gleich jedem Arzt den schwarzen Peter zuschieben. Die machen auch nur ihren Job. Ich denke auch, dass es den Ärzten teilweise recht wäre, nicht bei jedem Notfall sofort ausrücken zu müssen, sondern stattdessen den Verwaltungsapperat erledigen zu können.

    Die Bemerkung „vor seiner eigenen Haustür zu kehren“ kann ich nur unterstützen.

  9. Andy on September 29th, 2011 10:03

    Die hohen Herren in weißen Kitteln haben Angst, dass ihre Kunst durchschaut wird und dass Maßnahmen, die Sie sich teuer bezahlen lassen, auch von nicht studierten Personal durchgeführt werden könnten.

    Betrachten wir die Sache einmal aus einem anderen Blickwinkel, so wird klar, dass der RettAss nach Heilpraktikergesetz nicht einmal Maßnahmen zur Feststellung einer akut lebensbedrohlichen Störung beruflich tätigen dürfte. Hierzu gehören dann auch das Blutdruckmessen oder das Schreiben eines EKG (vgl. § 1 HeilprG).

    Der RettAss ist sicherlich kein großer Heilkundler, aber er weiß, was im Notfall zu tun ist. Und alle, von der BÄK großzügig als „Notkompetenz“ beschriebenen Maßnahmen, gehören nach RettAssG zum Ausbildungziel des Berufes.

    „Die Ausbildung soll entsprechend der Aufgabenstellung des Berufs als Helfer des Arztes insbesondere dazu befähigen, am Notfallort bis zur Übernahme der Behandlung durch den Arzt lebensrettende Maßnahmen bei Notfallpatienten durchzuführen, die Transportfähigkeit solcher Patienten herzustellen, die lebenswichtigen Körperfunktionen während des Transports zum Krankenhaus zu beobachten und aufrechtzuerhalten sowie kranke, verletzte und sonstige hilfsbedürftige Personen, auch soweit sie nicht Notfallpatienten sind, unter sachgerechter Betreuung zu befördern (Ausbildungsziel).“ (§3 RettAssG)

    Nutzt man nun zusätzlich zur Ausbildung einen Studiengang, um sein Wissen noch weiter zu vertiefen und sich zusätzlich zu qualifizieren, ist das sehr löblich und sollte gerade bei den Ärztekammern Zustimmung finden. Zu viele Notärzte sind der deutschen Sprache nicht mächtig und mit der Situation überfordert – aber wer gibt das schon gerne zu?

  10. Heftpflastermann on Oktober 17th, 2011 18:40

    „Zu viele Notärzte sind der deutschen Sprache nicht mächtig und mit der Situation überfordert – aber wer gibt das schon gerne zu? “

    Genau so sieht es nämlich aus. Notfallmedizin steht und fällt mit der ausreichenden Möglichkeit sich mit Patient, Angehörigen und Team verständigen zu können. Dazu sollte sich der BV ÄLRD mal äußern und entsprechende Maßnahmen zur Sicherstellung dieser Grundlage einfordern. Alles andere ist doch lediglich Standesdünkel.

  11. Dr. med. Michael Burgkhardt on Oktober 31st, 2011 14:40

    Ich bin entsetzt über die unqualifizierten und geradezu bösartigen Kommentare. Es macht schon sehr bedenklich, wenn gerade aus dem „Berufsstand der Retter“ die massivsten Angriffe gegen die Ärztschaft im Allgemeinen kommen. Die Kommentare sind eine krude Mischung aus juristischen Halbwahrheiten, offensichtlichem Sozialneid und Unkenntnis des Deutschen Sozialgesetzbuches. Auf dieser Basis ist natürlich überhaupt keine Verständigung möglich. Aus meiner vieljährigen Kenntnis der Szene ist aber dieses Forum nicht repräsentativ für die tatsächliche Einstellung von Rettungsassistenten zur Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft. Gottseidank bin ich bisher nur sehr wenigen „Experten“ begegnet, die sich so artikulieren, wie hier zu lesen.
    Dr. med. Michael Burgkhardt
    Vorsitzender der BAND e. V.

  12. Fabian on Oktober 15th, 2012 13:02

    Wieso findet man eigentlich gerade in Rettungsdiensten so viele Profilneurotiker? Ihr sprecht immer von Kompetenzerweiterung und der Abschaffung des Notarztes. Das aber gerade dem Beruf des Rettungsassistenten extrem viele Grundlagen fehlen sehen nur die wenigsten. Aber man schmückt sich gerne mit irgendwelchen Titeln wie ccp, icp, fccp, LRA, EEMSP, ECCP, CC-EMTP und wie sie alle heissen. Mir persönlich scheint dies in erster Linie um seinen eigenen Geltungsbedarf zu stillen. Ich selber sehe mich eher als Neuling im Rettungsdienst. Ich bin Anästhesiepfleger und Rettungssanitäter in einem Rettungsdienst im Kanton Bern, der primär keinen Notarzt Einsatz vorsieht. Es besteht aber die Möglichkeit einen Facharzt Anästhesie auf zu bieten(gerade bei Einsätzen mit Kindern unter zwei Jahren oft genutzt.). Wir haben auch immer wieder Kollegen aus Deutschland, die den Einstieg in der Schweiz versuchen. Darunter sehr engagierte und professionelle Menschen. Leider erlebe ich auch oft Kollegen, die in einem solchen System fachlich und menschlich komplett anstehen. Es beginnt beim Legen venöser Zugänge, setzt sich über miserable Kenntnisse in Anatomie, Physiologie, und Pharmakologie fort und meist scheitert es dann noch komplett an den nicht forhandenen sozialen Fahigkeiten. Irgendwelches Pseudowissen aus nicht fundierter Literatur komplettiert dann das Bild Schlussendlich. Hauptsache Medikamente applizieren. Liebe Rettungsdienstler, werdet euch endlich bewusst, dass mehr Verantwortung mehr Rechenschafft nach sich zieht. Ein solches System setzt einiges voraus! So muss man auch mal massive Kritik einstecken können, sich rechtlicher Konsequenzen klar sein und zuletzt über ein fundiertes Wissen verfügen! Uns fehlt ganz viel Wissen, über das Mediziner verfügen und wir werden nie Mediziner sein! Alle unsere Kompetenzen sind ärztlich delegiert. Das ist übrigens in den USA, UK und Australien nicht anderst! Also, ändert eure Grundeinstellung. Je weniger man weiss desto sicherer is man sich seiner Sache. Dies trifft wohl Auch in der Rettungszene zu!

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