16-Jährigen vor Absturz bewahrt


Herdecke (ots) – Zu einem nicht alltäglichen Einsatz der Kategorie „Höhenrettung“ rückte am Sonntag gegen 15:47 Uhr die Herdecker Feuerwehr aus. Ein 16-jähriger Jugendlicher aus Hagen drohte aus 35 Metern abzustürzen

An einer Steilwand, kurz hinter dem RWE-Koepchenwerk, steckte der Jugendliche in 35 Meter Höhe verletzt am Abgrund. Nach eigener Aussage war er von einem Wanderweg abgekommen und die steile Böschung bis zur Steilwand runter gerutscht. Dort verfing er sich mit einem Fuß in einer Wurzelgabelung.

Ein aufmerksamer Bürger hatte kurz hinter dem RWE-Koepchenwerk auf dem Fußweg leise Hilferufe gehört. Zunächst konnte der Bürger nicht herausfinden, woher die Rufe kamen. Nach kurzem Suchen stellte er fest, dass die Person sich oberhalb an einem Steilhang befand und in die Tiefe zu stürzen drohte. Die Person war kaum zu erkennen und machte sich durch das Wedeln eines Astes bemerkbar.

Über den Notruf 112 alarmierte er die Herdecker Feuerwehr. Diese rückte mit einem Löschzug inklusive Drehleiter an. Die Drehleiter wurde in Stellung gebracht. Jedoch reichten die dreißig Meter Rettungshöhe nicht aus, um an die verunfallte Person zu gelangen. Vom Korb der Drehleiter aus wurde Kontakt mit dem 16- jährigen Mann aufgenommen. Der unter Schock stehende wurde von einem Feuerwehrmann beruhigt. Behutsam erklärte dieser ihm alle weiteren Maßnahmen.

Um sich über die weiträumige Einsatzstelle einen Überblick zu verschaffen, wurde zudem ein Hubschrauber angefordert. Eine Rettung mittels Seilwinde konnte aufgrund der Bäume jedoch nicht durchgeführt werden. Zwei in der Absturzsicherung geschulte Feuerwehrleute wurden mit der Drehleiter 200 Meter weiter rechts am Steilhang abgesetzt. Sie kämpften sich durch dichtes Buschwerk bis zum Patienten vor und konnten ihn schließlich vor dem Absturz retten. Gleichzeitig bahnten sich weitere Feuerwehrmänner von dem darübergelegenen Speicherbecken den mühsamen und steilen Weg zum Patienten. Auch dieser Trupp erreichte kurz danach den jungen Mann.

Die nächste Schwierigkeit war, den Patienten aus der Höhe von etwa 35 Meter so schonend wie möglich zu retten. Hierfür wurde die Spezialgruppe „Höhenrettung“ sowie der Gelenkmast der Feuerwehr Dortmund angefordert. Die Höhenretter kletterten ebenfalls hinauf. Nach der medizinischen Erstversorgung durch Notärztin und Feuerwehr in luftiger Höhe wurde der Patient mit einem Schleifkorb in den Korb des Teleskopmastes umgelagert. Der Teleskopmast verfügt nach Angaben der Feuerwehr Dortmund über eine Rettungshöhe von 54 Meter.

Der schwer verletzte Patient wurde mit einem Rettungswagen in das Herdecker Krankenhaus transportiert. Das genaue Verletzungsmuster muss nun im Krankenhaus festgestellt werden. Die Schutzpolizei war ebenfalls vor Ort und hat die Ermittlungen aufgenommen. Insgesamt waren 35 Einsatzkräfte aus Herdecke und zehn aus Dortmund über zwei Stunden im Menschenrettungseinsatz.

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