Tiefer Blick in deutsche Leitstellen-Landschaft

(Bild: (Symbol) Markus Brändli)Aachen (DGRe) – Pünktlich zum 2. Forum Rettungswissenschaften in Würzburg (02./03.04.2022) veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Rettungswissenschaften e. V. (DGRe) nach mehr als einem Jahr Arbeit die Ergebnisse der Studie „PSAP-G-ONE“.

„PSAP-G-ONE“ steht für Public Safety Answering Point – Germany – ONE und sei die erste explorativ-deskriptive Studie ihrer Art in Deutschland, teilte die Gesellschaft am Samstag (02.04.2022) mit. Erstmalig seien neben den Leitstellenleitungen auch die Leitstellendisponent und -disponentinnen nach ihren Meinungen, Einstellungen und Erfahrungen befragt worden. Ergänzend habe man eine umfassende Analyse des Ist-Zustandes durchgeführt, um die Heterogenität in den verschiedenen Bereichen der bundesdeutschen Leitstellenlandschaft darzustellen.

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Die aus mehr als 160 Seiten bestehende Publikation schließt mit einem 26 Punkte umfassenden Katalog, in welchem Vorschläge zur Weiterentwicklung der „bunten Leitstellenwelt“ aufgeführt werden („26-Punkte-Katalog“).

Die Studie wurde unter der Leitung von Rafael Trautmann durch ein multiprofessionelles Team der Arbeitsgruppe Leitstelle durchgeführt. „Noch nie hat es einen so tiefen, intensiven und facettenreichen Einblick in die deutschen Leitstellen gegeben. Es ist mehr als eindrucksvoll zu sehen, in welchen Bereichen der operativen-taktischen und administrativ-organisatorischen Leitstellenarbeit sich der Föderalismus niederschlägt. Ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten Punkte den Entscheidungsträgern aus Bundes- und Landespolitik nicht bewusst sind. Die Beteiligung der Leitstellendisponent und -disponentinnen war überwältigend. Bis heute gab es nur sehr wenige wissenschaftliche Arbeiten und Forschung zu Leitstellen- Themen – das möchten wir ändern“, so Rafael Trautmann, Sprecher der AG Leitstelle der DGRe.

Die Publikation ist „Open Access“ und kann von allen Interessierten kostenlos auf der Homepage der DGRe als PDF heruntergeladen werden. Gedruckte Versionen werden an mehr als 60 ausgewählte Empfänger aus Landes- und Bundespolitik, Lehre und Forschung auf der einen, sowie rettungsdienstliche/feuerwehrtechnische (Berufs-)Verbände, Ärzteverbände und Hilfs-/Rettungsorganisationen auf der anderen Seite versendet.

Noch in diesem Jahr sollen die Ergebnisse der „EXPECT“-Studie veröffentlicht werden, die ebenfalls von der AG Leitstelle durchgeführt wurde.

Die gemeinnützige DGRe e.V. wurde 2019 gegründet, um die Forschungskapazitäten und -aktivitäten innerhalb der Rettungswissenschaften und deren Bezugswissenschaften zu entwickeln und zu vergrößern.

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