Telenotarzt-Projekt in Münster mit positiver Erstbilanz

(Bild: Stadt Münster)Münster (pm) – In Münster sind seit März 2021 zwei Rettungswagen im Einsatz, die ein Telenotarzt-System nutzen können. Die Verantwortlichen sprechen in einer ersten Bilanz von einem Erfolg und kündigen an, das System ausbauen zu wollen.

Prof. Dr. Andreas Bohn, Ärztliche Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) der Feuerwehr in Münster, wird in einer Mitteilung der Stadt von vergangenem Dienstag (11.05.2021) zitiert, wonach das System einen „wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Notfallversorgung von Akutpatienten“ leiste. „Mit diesem System können die vorhandenen Notarzt-Ressourcen in Münster noch besser genutzt und die medizinische Versorgung von Patienten bis zum Eintreffen des Notarztes in vielen Fällen deutlich verbessert werden.“

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Dank des Telenotarzt-Systems können die Notfallsanitäter und -sanitäterinnen per Bild- und Datenübertragung wichtige Informationen über den Patienten zu einem Telenotarzt in der Feuerwehrleitstelle übertragen und sich mit ihm abstimmen. So ist dem Telenotarzt fast immer eine erste Einschätzung aus der Ferne möglich, die das Wissen der Notfallsanitäter vor Ort ergänzt und entsprechende Maßnahmen ermöglicht. Unter Umständen ist dadurch die physische Anwesenheit eines Notarztes vor Ort nicht mehr erforderlich.

In Münster wurde die Technik seit Sommer 2020 ausgebaut. Inzwischen verfügt der Rettungsdienst in Münster über ein vollintegriertes System, das die Übertragung von Echtzeitdaten zu notfallrelevanten Kreislaufdaten sowie wichtige optische Eindrücke zuverlässig gewährleistet. Rund 30 Notfallsanitäter/-innen und Notärzte wurden Ende 2020 auf das neue System geschult, das seit dem 1. März 2021 auf zwei Rettungswagen im Stadtgebiet eingesetzt wird. Nahezu täglich begleitet seitdem ein Telenotarzt Einsätze in Münster.

„Wir freuen uns, dass wir mit dem Projekt … so gute Erfahrungen sammeln konnten. Zunächst sind wir mit zwei Rettungswagen in die Pilotphase gegangen. Wir hoffen aber, in Zukunft die Kapazitäten ausbauen und auch auf weitere Rettungsdienst-Bereiche in der Region erweitern zu können“, so Prof. Dr. Bohn. Während der durch die Covid-19-Pandemie strapazierten Ressourcen habe sich die telemedizinische Beratung als besonders wertvoll erwiesen.

Bereits seit 2019 steht ein System zur Übertragung wichtiger Vitaldaten vom sogenannten Patienten-Monitor des Rettungswagens zur Verfügung. Über 300 telemedizinische Begleitungen sind seitdem erfolgt. Im Juli 2020 vereinbarten die Stadt Münster als Träger des Rettungsdienstes und das Universitätsklinikum Münster (UKM) in einer gemeinsamen Absichtserklärung, ihre Kooperation bei der digitalen Notfallversorgung im Rettungsdienst zu vertiefen und um zusätzliche Funktionen zu erweitern.

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