Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019
Rettungs-Magazin 5/2019
Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN

Schleswig-Holstein bekommt Behandlungskapazitätennachweis

Symbolfoto Leitstelle(Bild: (Symbol) Markus Brändli)Kiel (LKT SH) – Die Rettungsleitstellen der Kreise und kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein haben einen ersten großen Schritt bei der Einführung eines landeseinheitlichen Behandlungskapazitätennachweises gemacht.

„Der Abschluss des europaweiten Vergabeverfahrens ist ein wichtiger Meilenstein“, freut sich der verantwortliche Projektleiter Fridtjof Arens von der Koordinierungsstelle Rettungsdienst. Die Umsetzung des Projektes erfolgt durch die Koordinierungsstelle Rettungsdienst in enger Zusammenarbeit mit allen Rettungsdiensten und Krankenhäusern. Das Projekt wird durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein unterstützt und mit dessen Fördermitteln finanziert.

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Durch den landeseinheitlichen Behandlungskapazitätennachweis für den Rettungsdienst soll die Versorgungsqualität der Patientinnen und Patienten weiter gesteigert werden. Über das System sollen die Krankenhäuser zeitaktuell ihre verfügbaren Behandlungskapazitäten für die Versorgung von Patientinnen und Patienten des Rettungsdienstes erfassen können. Die Rettungsdienste oder die Leitstellen können dann anhand bestimmter Parameter (zum Beispiel Verdachtsdiagnose) die geeignete Zielklinik über das System ermitteln und die Patientinnen und Patienten dort voranmelden.

Zukünftig sollen auch Geo-Daten des Rettungsdienstes genutzt werden, um anhand der errechneten Fahrzeiten das nächstgelegene geeignete Krankenhaus auswählen zu können. Mit der Voranmeldung einer Patientin oder eines Patienten wird die Zielklinik umgehend informiert und für die Vorbereitung der Versorgung relevante Daten übertragen. Mit diesem Projekt sollen die Abläufe des Rettungsdienstes noch weiter digitalisiert und noch effizienter gestaltet werden.

Den Zuschlag haben die als Bietergemeinschaft auftretenden Firmen Convexis GmbH aus Reutlingen und medDV GmbH aus Fernwald in Hessen erhalten. Mit Beginn des Jahres 2021 soll die Einführung des Behandlungskapazitätennachweises in den Leitstellen, Rettungsdiensten und Krankenhäusern beginnen.

Die Koordinierungsstelle Rettungsdienst ist eine gemeinsame Einrichtung des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages und des Städteverbandes Schleswig-Holstein. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die Zusammenarbeit mit den elf Kreisen und vier kreisfreien Städten, um landeseinheitliche Grundlagen für den Rettungsdienst in Schleswig-Holstein zu entwickeln und einzuführen.

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