Produkt: Rettungs-Magazin 4/2019
Rettungs-Magazin 4/2019
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Positive Zwischenbilanz zu QS-Notfall

(Bild: (Symbol) Markus Brändli)Henningsdorf (GM BB) – In vielen Fällen sind die Beschwerden nach einem Herzinfarkt nicht eindeutig. Deshalb hat das Berlin-Brandenburger Herzinfarktregister das Projekt „QS-Notfall“ initiiert. Eine Zwischenbilanz wurde Anfang der Woche gezogen.

QS-Notfall steht für Qualitätssicherung in der Notfallversorgung von Patienten mit Herzinfarkt. Dabei werden unter anderem aus dem Rettungswagen EKG-Daten elektronisch in eine Klinik zu Fachärzten übertragen, um von dort eine sichere Diagnose zu erhalten. Brandenburgs Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij und Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci informierten am Montag (12.08.2019 in der Klinik Hennigsdorf (Oberhavel) über den aktuellen Projektstand.

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Das Modellprojekt startete im März 2017 und wird für drei Jahre mit 1,5 Millionen Euro aus Mitteln des Innovationsfonds vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gefördert. Daran beteiligt sind 22 Berliner Kliniken sowie die Kliniken Nauen und Hennigsdorf aus Brandenburg und die Rettungsdienste aus Berlin, Havelland und Oberhavel. Das Projekt umfasst neben der Notfall-EKG-Übertragung auch Schulungen von Notärzten sowie Rettungskräften.

„Damit die Kliniken alles für die Ankunft eines Patienten mit ST-Streckenhebungsinfarkt im EKG vorbereiten können, wurden mit QS-Notfall die technischen und kommunikativen Voraussetzungen für die flächendeckende, elektronische EKG Übertragung vom Rettungs- oder Notarztwagen in die Kliniken und direkt zu den behandelnden Kardiologen geschaffen“, erläuterte Dr. Stefan Poloczek, Ärztlicher Leiter Berliner Feuerwehr. „Beim Patienten vor Ort wird vom Rettungsdienst ein EKG geschrieben und auf Knopfdruck in die Klinik übertragen, in die der Patient vom Rettungsdienst gefahren werden soll. Das EKG lässt sich in den Kliniken zeitgleich von einem Server abrufen und erscheint auch anonymisiert auf den Handys der diensthabenden Kardiologen. Mit QS-Notfall ist es bisher gelungen, 1.290 EKGs in die Berliner Kliniken mit Herzkatheterlabor zu übertragen.“

„Wir wollen mit unserem Projekt die Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt an der Schnittstelle zwischen Rettungsdienst und Kliniken beschleunigen und verbessern“, erklärte Projekt-Leiterin Dr. Birga Maier. „In den Kliniken ist nachts und am Wochenende das qualifizierte Personal nicht anwesend und muss erst in die Klinik gerufen werden. Wird es schon vom Notarzt vom Bett des Patienten aus gerufen, ist das spezialisierte Katheterteam im günstigsten Fall zeitgleich mit dem Patienten in der Klinik und kann gleich behandeln. Dieses ambitionierte Ziel funktioniert nur, wenn alle Rädchen im Ablauf perfekt und schnell ineinandergreifen, was uns hoffentlich mit dem QS-Notfall Projekt gelingt.“

In einer Pilotstudie konnte das Berlin-Brandenburger Herzinfarktregister (B2HIR) zeigen, dass die Eindeutigkeit der durch den Rettungsdienst gestellten EKG-Erstdiagnose bei Infarktpatienten maßgeblich die Versorgungszeiten beeinflusst.

Im Rahmen des Projekts „QS-Notfall“ wird eine interventionelle Studie mit einem „Vorher-Nachher Vergleich“ durchgeführt, bei der die Daten des B2HIR und der teilnehmenden Rettungsdienste in Berlin, Oberhavel und Havelland analysiert werden. Aus den Ergebnissen der Analysen sollen Interventionen abgeleitet und langfristig umgesetzt werden. Ziel des Projektes ist es, durch qualifizierte Notfallhilfe die Versorgung von Herzinfarktpatienten zu verbessern und damit letztendlich auch die Sterblichkeit am Herzinfarkt zu senken.

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