Petition zur Einführung von Wiederbelebungs-Unterricht

(Bild: Martin Klindtworth/Malteser)Nürtingen (MHD) – Eine Petition des Deutschen Rates für Wiederbelebung und der Notärztin/Bloggerin Dr. Carola Holzner fordert die Bundesregierung und die Kultusministerien der Länder auf, einen verpflichtenden Reanimations-Unterricht an weiterführenden Schulen einzuführen.

Mehr als 54.000 Menschen haben die Initiative auf der Internetseite openpetition.de bereits mit ihrer digitalen Unterschrift unterstützt. Konkret fordert der Deutsche Rat für Wiederbelebung und die Notärztin Dr. Holzner die verpflichtende Einführung eines Unterrichts zur Reanimation von jeweils zwei Schulstunden pro Jahr ab dem siebten Schuljahr bis zum Ende der Schulzeit. Damit könnten langfristig viele Laien erreicht werden, die im Ernstfall die lebensrettenden Reanimationsmaßnahmen der Ersten Hilfe besser beherrschen würden.

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„Die ersten Minuten sind für die Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheidend“, erklärt Dr. Jochen Herkommer, verantwortlicher Arzt bei den Maltesern in den Landkreisen Esslingen, Reutlingen und im Zollernalb-Kreis. „Das schnelle Einleiten der Herzdruckmassage ist immens wichtig.“ Denn nur wenn der Blutkreislauf durch die regelmäßige Kompression des Brustkorbs wieder in Schwung kommt, können die Körperzellen mit dem im Blutkreislauf verbliebenen Sauerstoff versorgt werden. Daher ist eine Herzdruckmassage auch dann absolut notwendig, wenn sich der Ersthelfer eine Beatmung des Patienten nicht zutraut. Der Sauerstoffgehalt im Blut reicht in den ersten Minuten aus – wenn der Blutkreislauf eine Verteilung im Körper ermöglicht.

In anderen europäischen Staaten hat sich die Überlebensquote der Patienten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand durch die Einführung eines verbindlichen Reanimationstrainings an Schulen signifikant erhöht. Daher empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation eine Vermittlung der Wiederbelebung an Schulen ab der siebten Klasse.

Im Jahr 2014 empfahl auch in Deutschland der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz eine flächendeckende Einführung von Wiederbelebungs-Unterricht in Schulen. „Diese Empfehlung wurde jedoch in den meisten Bundesländern bis heute nicht beziehungsweise nicht flächendeckend umgesetzt“, kritisieren die Initiatoren der Kampagne, die noch weitere drei Monate Unterschriften sammeln möchte. Derzeit haben mehr als 54.000 Menschen die Kampagne mit ihrer Unterschrift unterstützt, ebenso wie viele Hilfsorganisationen wie etwa auch der Malteser Hilfsdienst.

Die Petition ist unter dem Link ichrettedeinleben.de zu finden.

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