Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019
Rettungs-Magazin 5/2019
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Neues Einsatzleitsystem für die ILS Freiburg/Breisgau-Hochschwarzwald

(Bild: (Symbol) Markus Brändli)Freiburg (pm) – Die Integrierte Leitstelle (ILS) Freiburg/Breisgau-Hochschwarzwald hat seit dem 6. Mai 2021 ein neues Einsatzleitsystem. Die Stadt Freiburg, der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und der DRK-Kreisverband mit den im Rettungsdienst zuständigen Kostenträgern finanzierten das Projekt mit 3,9 Millionen Euro.

Damit verabschiedet sich die Leitstelle von ihrem zehn Jahre alten Leitsystem Siveillance Command (Siemens) und der bestehenden Kommunikationsanlage Frequentis ICCS. Der Betreibervertrag mit der Firma Siemens war ausgelaufen und konnte nicht verlängert werden. Deshalb fand im Sommer 2019 in Zusammenarbeit mit dem Fachplanungsbüro IDH Consult eine europaweite Ausschreibung statt.

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Seit Anfang 2020 konnte die ILS die Gewinner der Ausschreibung, das neue Leitsystem Cobra4 von ISE und die Kommunikationstechnik der Firma Elara, im Hintergrund parallel zu den bestehenden Systemen aufbauen. Über das Jahr 2020 hinweg wurden die neuen Systeme konfiguriert und mit den nötigen Daten gefüllt.

Das Einsatzleitsystem der Firme ISE aus Aachen ist in Baden-Württemberg nicht unbekannt. Etwa jede zweite Integrierte Leitstelle im Land nutzt deren Software Cobra4, in Baden sind es sogar fast alle Leitstellen. Das System ist mit umfangreichen Schnittstellen zu bestehenden Subsystemen ausgestattet. Dies erhöht die Benutzerfreundlichkeit und dadurch die Schnelligkeit der Bearbeitung von Notfalleinsätzen.

Bei den Rettungsdiensten wird mit diesem System die georeferenzierte Disposition eingeführt. Sie nutzt Routingdaten, um bei einem Notfall zu ermitteln, welche Rettungsmittel den Einsatzort am schnellsten erreichen können.

Neu ist auch eine integrierte Strukturierte-Notruf-Abfrage, die die Mitarbeitenden der Leitstelle bei der Abfrage von Notfällen unterstützt. Der Abfragende behält hierbei die Hoheit über die Abfrage. Er kann Fragen umformulieren oder ergänzen. In speziellen Situationen, etwa zur Beurteilung, ob ein Patient atmet oder nicht, gibt das System Software-unterstützt Hilfestellung zur Überprüfung der Atmung und leitet, bei Bedarf, den Anrufer zur Telefon-gestützten Wiederbelebung an.

Die Kommunikationsanlage der Firma Elara aus Aachen, direkte Nachfolgerin der bestehenden Frequentis-Anlage, ist eine komplette Neuentwicklung und baut auf einer IP-Plattform auf. Mit dem Einzug der IP-Technik wird auch der Notruf vollständig von ISDN auf IP umgestellt. Gleichzeitig sorgt die Kommunikationstechnik dafür, dass alle relevanten Informationen aus dem Einsatzleitsystem auch dort verfügbar sind. Mit der vollständigen Umstellung auf IP-basierte Telefonie, der Aufwertung der Ersatznotrufnotrufabfragestelle im Landratsamt und der Verbesserung der Netzwerktechnik werden die Ausfallsicherheiten weiter erhöht.

Mit dem neuen Einsatzleitsystem verabschiedet sich die ILS von ihrem bisherigen Betriebsmodell. Bei der ersten Ausstattung im Jahr 2011 wurde ein Betreibermodell mit vollem Service gewählt. Ein Vorgutachten ergab, dass ihr Kauf eine wirtschaftlichere Lösung bei höherer Flexibilität bietet. Dies hat zur Folge, dass die ILS in Zukunft eine eigene IT-Abteilung mit Systemadministratoren aufstellt.

Die Integrierte Leitstelle Freiburg wird im Rahmen einer Kooperation seit 2011 gemeinsam vom DRK, der Stadt Freiburg und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald betrieben. Sie ist zuständig für die Alarmierung der Feuerwehren, des Rettungsdienstes und des Bevölkerungsschutzes im gesamten Gebiet zwischen Breisach, Freiburg, Löffingen und Badenweiler. Bis zum 30. Juni 2021 wird auch noch der Kassenärztliche Notfalldient vermittelt. Rund 50 Mitarbeitende in der ILS bearbeiten täglich rund 1.000 Anrufe und disponieren dabei im Mittel 240 Einsätze pro Tag.

Produkt: Rettungs-Magazin 4/2019
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