Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019
Rettungs-Magazin 5/2019
Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN

Neuer Seenotrettungskreuzer für den Darßer Ort

(Bild: Olaf Preuschoff)Berne (DGzRS) – Die Seenotretter sind zum zweiten Mal in ihrer fast 160-jährigen Geschichte wieder unter dem Namen „Nis Randers“ im Einsatz. Der jüngste Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) wurde am Samstag (11.09.2021) auf seiner Bauwerft in Berne/Unterweser getauft. Das Tochterboot erhielt den Namen „Uwe“.

Die für den Darß vorgesehene neue „Nis Randers“ ist der sechste Seenotrettungskreuzer der 28-Meter-Klasse und der erste dieses Typs, der in Mecklenburg-Vorpommern stationiert wird. Einsatzgebiete dieser Spezialschiffe sind das Küstenvorfeld ebenso wie die hohe See. Wie alle Rettungseinheiten der DGzRS werden sie vollständig aus Aluminium im Netzspantensystem als Selbstaufrichter gebaut.

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Zwei je 1.440 kW/1.958 PS starke Maschinen beschleunigen den 120 Tonnen verdrängenden Neubau auf bis zu 24 Knoten (circa 46 km/h). Gefahren wird er von einer vierköpfigen Besatzung. Besondere Merkmale sind eine umfassende Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung an Bord, eine Feuerlöschpumpe mit ferngelenktem Monitor zur Bekämpfung von Bränden auf See und die Fähigkeit, sich im Falle des Durchkenterns innerhalb weniger Sekunden wieder aufzurichten. In der Heckwanne führen die 28-Meter-Einheiten jeweils ein gut acht Meter langes Tochterboot mit sich, das auf See unabhängig vom Mutterschiff agieren kann.

Die bisher am Darßer Ort stationierte „Theo Fischer“ mit Tochterboot „Ströper“ kommt künftig als Seenotrettungskreuzer ohne feste Station immer dort zum Einsatz, wo andere Rettungseinheiten vertreten werden müssen, zum Beispiel während einer Werftzeit.

(Bild: Olaf Preuschoff)Entgegen ihrer Tradition hatte die DGzRS den Namen des Neubaus frühzeitig bekanntgegeben, um möglichst viele Menschen für das Projekt zu begeistern – mit großem Erfolg: Der neue Seenotrettungskreuzer und sein Tochterboot mit den internen Bezeichnungen SK 42 und TB 46 wurden, wie die gesamte Arbeit der DGzRS, ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert.

Den ersten Seenotrettungskreuzer mit Namen „Nis Randers“ hatte die DGzRS 1990 zu ihrem 125-jährigen Bestehen in Dienst gestellt. Nach fast 30 Einsatzjahren auf Nord- und Ostsee war er 2020 außer Dienst gegangen.

Darßer Ort gehört zu den ältesten Stationen der Seenotretter. Schon 1854, elf Jahre vor Gründung der DGzRS, wird für diesen exponierten Punkt der Küste ein Rettungsboot der königlichen Regierung erwähnt, besetzt von einer Mannschaft aus dem nahen Prerow. Rettungserfolge sind nicht überliefert. Das ändert sich mit Übernahme der Station durch die DGzRS 1867/68. Vor Darßer Ort liegt einer der größten Schiffsfriedhöfe der Ostsee.

Der Station im dortigen Nothafen, dem einzigen Hafen an einem langen Küstenabschnitt ab Warnemünde Richtung Osten, kommt eine wichtige Bedeutung zu. Sie liegt in unmittelbarer Nähe zum Seeschifffahrtsweg Kadetrinne, einem Nadelöhr für die Großschifffahrt. Das Einsatzspektrum umfasst alle denkbaren Notfälle auf See für Berufs- und Freizeitschifffahrt.

Da der Nothafen in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft liegt, ist der genehmigte Inselhafen im nahen Prerow als Alternative vorgesehen. Er soll in wenigen Jahren errichtet sein. Die „Nis Randers“ wird dann dort ihren ständigen Liegeplatz haben.

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