Produkt: Rettungs-Magazin 4/2019
Rettungs-Magazin 4/2019
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Neue Technologie für die Leitstelle Biberach

(Bild: Benjamin Hopp/DRK)Biberach (DRK) – Die Modernisierung der Leitstelle in Biberach ist abgeschlossen: Rund sechs Monate dauerten die Bauarbeiten, die parallel zum laufenden Betrieb organisiert werden mussten. Am Dienstag (21.05.2019) wurde die grundlegend ertüchtigte Leitstelle offiziell übergeben und eingeweiht.

Rund 1,8 Millionen Euro wurden für die Leitstelle investiert. Nun gibt es mehrere zusätzliche Arbeitsplätze auch für Flächen- und Großschadenslagen, ein neues Kommunikations- und Einsatzleitsystem, neue Computer und eine neue Serverlandschaft, rund 4.000 Meter neue Leitungen, außerdem Klimatechnik und Vorkehrungen für eine Notstromversorgung.

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Peter Schneider ist der Präsident des DRK-Kreisverbands Biberach. Er nutzte die Gelegenheit, die DRK-Fachkräfte in der Leitstelle direkt zu loben: „Mit Ihrer zuverlässigen und qualitativ fundierten Arbeit garantieren Sie die Sicherheit. Und Sie sorgen auch dafür, dass die Leistungen der ehren- und hauptamtlichen Formationen in allen Lagen hervorragend ineinandergreifen.“

Auch blickte Schneider auf die Bemühungen des DRK zurück, den Standort der Leitstelle zu sichern. „Mir ist es seit jeher ein persönliches Anliegen, dass unsere Leitstelle sich auf höchstem technischem Niveau bewegt.“ Nur so können sich die Schaltzentrale für Sicherheit und Gefahrenabwehr im Landkreis Biberach auch bei größeren Schadenslagen beweisen, führte Schneider weiter aus.

„Wir freuen uns sehr, dass der Umbau der Leitstelle so gut funktioniert hat“, sagte Landrat Heiko Schmid. „Und das, während in denselben Räumlichkeiten Notrufe entgegengenommen und Einsätze disponiert worden sind – das ist schon eine bemerkenswerte Leistung aller Beteiligten.“

Der Landkreis Biberach ist gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Träger der Leitstelle. Schmid betonte auch: „Auf dieser Leitstelle wurde bisher und wird sicher auch künftig hervorragende Arbeit geleistet. Da denke ich nicht zuletzt auch an die Hochwassereinsätze vor drei Jahren, die von hier aus klug und umsichtig gesteuert wurden.“

Seit 1999 ist die Leitstelle bereits am Standort im Rot-Kreuz-Weg angesiedelt. Vor 13 Jahren wurde sie zuletzt umfassend modernisiert. Seither hat sich bei der Technik und bei gesetzlichen Vorschriften und Vorgaben einiges getan. Entsprechend lang war die Liste dessen, was bei der Modernisierung alles erledigt wurde. „In der Summe war das jetzt ein Quantensprung und mit den vorherigen Ertüchtigungen nicht zu vergleichen“, sagt DRK-Geschäftsführer Michael Mutschler.

Im eigentlichen Betriebsraum der Leitstelle gab es früher drei Arbeitsplätze für Disponenten. Nun sind es vier, die mit identischer Ausstattung und Leistungsfähigkeit universell genutzt werden können. Sollte einmal ein großes Unglück geschehen und in kurzer Zeit sehr viele Notruf eingehen, lassen sich zusätzlich bis zu vier Abfragestellen ergänzen, an denen man telefonieren kann. Weitere zwei Arbeitsplätze werden im Alltag für die Systembetreuung genutzt, auch sie können im Notfall für Notrufe umfunktioniert werden – das bringt dem Leitstellen-Team viel Flexibilität für alle erdenklichen Situationen.

Im Betriebsraum befindet sich eine Medienwand, die sich aus mehreren kleinen Bildschirmen zusammensetzt. Dort können sich die Disponenten wichtige Informationen anzeigen lassen, die für die Bearbeitung der Einsätze hilfreich sind. Bei einem großen Einsatz wie einer Hochwasser-Katastrophe wären das beispielsweise Landkarten, Bilder der Einsatzstellen oder Informationen über den Zustand von Fahrzeugen.

Der Server-Raum ist wie in vielen Unternehmen das Herzstück. Er musste neu gestaltet und neu eingerichtet werden. Hochleistungsrechner wurden installiert und Datenbanken mit Massen von Daten und Informationen gefüttert. Rund 4.000 Meter Kabel sind innerhalb des Gebäudes verlegt worden. Von den Servern aus werden die Arbeitsplätze verknüpft und mit einem Einsatzleitsystem versorgt. Hier wird auch das Kommunikations-Management-System gesteuert, das die gesamte Telefonie abbildet, den Analogfunk und künftig den Digitalfunk.

Ein Quantensprung, wie Geschäftsführer Mutschler gesagt hatte, „und zwar einer, von dem die Menschen hier im Landkreis profitieren!“ Denn ganz egal, wer wo in Not ist, von Biberach aus wird die Hilfe für den gesamten Landkreis organisiert. Die Integrierte Leitstelle koordiniert Rettungsdienst, Feuerwehr und Krankentransporte. Wenn nötig, auch das Technische Hilfswerk und den Katastrophenschutz, Rettungstaucher und die Notfallseelsorge. Zu den alltäglichen Aufgaben gehört es zudem, den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst und den DRK-Hausnotruf zu koordinieren.

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