Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019
Rettungs-Magazin 5/2019
Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN

Katastrophenschutz: Deutschland wird Bevorratungsstandort für die EU

(Bild: Piero Cruciatti/Johanniter)Berlin (ots) – Die Europäische Union wird gemeinsam mit den Mitgliedstaaten in 2021 weitere Bevorratungsstandorte für medizinische Schutzausstattung schaffen. Dadurch möchte man im Falle eines erhöhten Bedarfs wie aktuell in der Corona-Pandemie vorbereitet sein. Ein Standort für das Projekt „rescEU stockpiling“ wird in Deutschland aufgebaut werden.

Die Koordination des Gemeinschaftsprojekts mit einem Umfang von 108 Mio. Euro wird durch die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) erfolgen. Weitere Partner sind das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Malteser Hilfsdienst. Der Projektantrag erfolgte in enger Absprache mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI). Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), das Bundesministerium für Gesundheit, das Robert-Koch-Institut und die Länder Brandenburg und Niedersachsen stehen beratend zur Seite.

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Der Auftrag sieht vor, Material wie Schutzhandschuhe und FFP2-Masken zu beschaffen, einzulagern und zu pflegen sowie im Bedarfsfall die logistische Verteilung zu organisieren. Dafür werden Logistikzentren in der Nähe der Flughäfen Frankfurt/Main und Halle/Leipzig eingerichtet.

Die Koordinierung zur Zusammenarbeit und zur Vereinbarung mit der Europäischen Kommission erfolgt dabei durch das Johanniter-Kompetenzzentrum für Europäischen Katastrophenschutz in Frankfurt am Main.

„In dieses Projekt fließen die Erfahrungen aller Partner mit ein. Das macht das Projekt so stark: Es vereint Know-how aus der im Zivil- und Katastrophenschutz aktiven Hilfsorganisationen mit dem Wissen der staatlichen Akteure. Damit wird die rescEU-Kapazität ein wichtiger Beitrag zur Vermeidung von zukünftigen Mangelsituationen an Schutzausrüstung in der EU sein”, sagt Jörg Lüssem, Mitglied des Johanniter-Bundesvorstands.

„Das vergangene Jahr hat gezeigt, wie wichtig grenzübergreifende Maßnahmen sind. Krisen wie die Corona-Pandemie können nur durch gegenseitige Unterstützung und Solidarität bewältigt werden,“ sagt DRK-Generalsekretär Christian Reuter.

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie haben die EU-Kommission und die EU-Mitgliedsstaaten im März 2020 beschlossen, Kapazitäten zur medizinischen Bevorratung aufzubauen. Schrittweise sollen entsprechende Lager entstehen, die von den EU-Mitgliedstaaten unterhalten und von der EU finanziert werden. Die beteiligten Staaten sollen auch die Verteilung der Materialien im Falle eines entsprechenden Hilfeersuchens im Rahmen des Unionsverfahrens gewährleisten.

Bereits in der ersten Phase im Frühjahr 2020 wurden durch Rumänien und Deutschland (durch das DRK) dringend benötigte Schutzmaterialien im Rahmen von rescEU beschafft und verteilt. Im Zuge der zweiten Phase wurden im Sommer 2020 erste Standorte in Schweden, Dänemark, Griechenland und Ungarn errichtet. In der nun dritten Phase sollen weitere Bevorratungsstandorte in verschiedenen europäischen Ländern aufgebaut werden.

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