Johanniter setzen Impulse für bessere Notfallversorgung

(Bild: Alexander Koerner/Johanniter)Hannover (JUH) – Die Johanniter-Unfall-Hilfe hat kürzlich ihr Positionspapier „Der Patient im Mittelpunkt“ an Bundesgesundheitsminister Professor Dr. Karl Lauterbach übergeben. In dem Papier zeigt die Hilfsorganisation Möglichkeiten zur Verbesserung der Notfallversorgung in Deutschland auf.

Immer öfter wird der Rettungsdienst auch bei nicht lebensbedrohlichen Verletzungen oder Erkrankungen gerufen. Laut der Gesundheitsberichterstattung des Bundes sind in den vergangenen 15 Jahren die Einsatzzahlen stetig gestiegen. Von14.169.254 Einsätzen in den Jahren 2008/2009 auf 16.369.291 in 2016/2017. Die Folge: Das System der präklinischen Notfallversorgung wird zunehmend belastet.

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Daher hat die Johanniter-Unfall-Hilfe auf Basis ihrer Erfahrungen im rettungsdienstlichen Arbeitsalltag konkrete Vorschläge für eine Reform des bestehenden Systems erarbeitet und in dem Positionspapier „Der Patient im Mittelpunkt“ veröffentlicht.

Anlässlich der Übergabe des Positionspapiers an Minister Lauterbach am 22. August 2022 in Hannover erläuterte Kevin Grigorian, Geschäftsbereichsleiter Rettung & Medizinische Dienste in der Bundesgeschäftsstelle: „Im Dialog mit der Politik möchten wir mit unseren Impulsen dazu beitragen, das System so zu verbessern, dass die Versorgung der Patientin oder des Patienten wieder in den Mittelpunkt rückt.“

Thomas Mähnert, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe, hob die Ziele hervor, die mit einer Reform erreicht werden sollten: „Die Patientinnen und Patienten sollen nah an ihren Bedarfen versorgt werden können. Dafür müssen Parallelstrukturen abgebaut werden, indem der Rettungsdienst eine wichtige Lotsenfunktion im Gesundheitswesen einnimmt. Gleichzeitig könnten durch die gezielte Nutzung von Synergien Kosten gesenkt werden.“

Die Lösungsansätze der Johanniter-Unfall-Hilfe im Einzelnen:

1. Etablierung einer Gesundheitsleitstelle mit der Möglichkeit, dem Patienten die geeignete Versorgungsstruktur zuzuweisen, bereits am Telefon telemedizinisch zu unterstützen und bei tatsächlichem Bedarf vor Ort verschiedene Rettungsmittel mit unterschiedlichen Prioritätsstufen zu alarmieren.

2. Präklinische Versorgung muss sektorenübergreifend gedacht werden. Dies bedeutet, dass die Akteure im Gesundheitssystem so vernetzt und in ihren Kompetenzen so ertüchtigt werden, dass sie über ihre aktuellen Arbeitsbereiche hinausreichende Aufgaben erledigen können und so zum Beispiel der Rettungsdienst auch die ambulante Versorgung von Dauerkathetern vor Ort selbst durchführen kann.

3. Anlaufpunkte optimiert. Gegenwärtig darf der Rettungsdienst Patientinnen und Patienten nur in die Kliniken bringen. Dies führt unweigerlich zu einer starken Beanspruchung der dortigen Notaufnahmen. Um diese zu entlasten, sollte der Rettungsdienst stattdessen Menschen mit einfacheren Krankheitsbildern auch in ambulante Strukturen, zum Beispiel Arzt- oder Bereitschaftspraxen oder in andere geeignete Versorgungseinrichtungen, transportieren dürfen.

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