Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019 Digital
Rettungs-Magazin 5/2019 Digital
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Internationale Studie zum „Lazarus-Phänomen“

(Bild: Markus Brändli)Bozen (idw) – Ein internationales Team aus Notfallmedizinern ist dem sogenannten „Lazarus-Phänomen“ nachgegangen. Seit 1982 wurde es in der medizinischen Fachliteratur 65-mal erwähnt.

Warum es Minuten nach einer erfolglos beendeten Wiederbelebung zu einer spontanen Rückkehr der Lebensfunktionen kommt, ist bislang unbekannt. Doch dieses Ereignis scheint häufiger als gedacht aufzutreten, wie jetzt Wissenschaftler des University Hospitals Morecambe Bay Trust (UK), des Universitätsspitals Lausanne (CH), des Bozner Forschungszentrums Eurac Research (I) und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg (A) herausfanden.

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Internationale Umfragen ergaben, dass 37 bis 50 Prozent der befragten Anästhesisten und Intensivmediziner angegeben hätten, derartige Phänomene schon erlebt zu haben. Die vier Forscher Les Gordon, Mathieu Pasquier, Hermann Brugger und Peter Paal fanden in der medizinischen Literatur 65 dokumentierte Fälle. Erstmals wurde das Phänomen 1982 beschrieben.

„Wir vermuten aufgrund unserer Analysen, dass das Lazarus-Syndrom viel häufiger auftritt, als es in der Literatur aufscheint“, schlussfolgert Les Gordon, Hauptautor der Studie und britischer Notfallmediziner.

Unter „Lazarus-Phänomen“ fasst das Forscherteam alle Fälle von Notfallpatienten mit Herzkreislaufstillstand zusammen, die nach einer Herz-Lungen-Wiederbelebung aufgegeben wurden und dann eine spontane Rückkehr des Kreislaufs hatten. Das Phänomen bezieht sich nicht auf die Wiederbelebung durch Laien.

Von den 65 beschriebenen Fällen hat ein Drittel (22 Personen) den Kreislaufstillstand überlebt, 82 Prozent von ihnen – also 18 Patienten – wiesen keine bleibenden neurologischen Beeinträchtigungen auf.

„Auch wenn es wenige scheinen, sind die Konsequenzen doch beträchtlich, wenn man an das beteiligte medizinische Personal, die Angehörigen, die rechtlichen Konsequenzen und die tägliche Anzahl der Patienten denkt, die Wiederbelebungsmaßnahmen benötigen“, unterstreichen die Mitautoren Hermann Brugger, Leiter des Instituts für Alpine Notfallmedizin von Eurac Research, und Peter Paal von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg. „Die Tatsache, dass die Mehrheit der Überlebenden keine Folgeschäden aufwies, ist von allergrößter Bedeutung“, schließt Forscherkollege Mathieu Pasquier.

Aufgrund ihrer Erkenntnisse geben die vier Forscher in ihrer Studie eine Reihe von Empfehlungen. Unter anderem raten sie dazu, nach der Beendigung einer Herz-Lungen-Wiederbelebung den Patienten noch mindestens zehn Minuten mithilfe eines Elektrokardiogramms zu überwachen. Denn bei den 65 dokumentierten Fällen traten die Lebenszeichen im Durchschnitt nach fünf Minuten auf, die meisten innerhalb von zehn Minuten.

Die Studie ist im Scandinavian Journal of Trauma, Resuscitation and Emergency Resuscitation veröffentlicht worden. Sie kann hier nachgelesen werden.

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