Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019 Digital
Rettungs-Magazin 5/2019 Digital
Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN

Im August so viele Opfer wie seit 17 Jahren nicht

 

(Bild: Tobias Lüeße/DLRG)Bad Nenndorf (DLRG) – In den ersten acht Monaten des Jahres 2020 ertranken in deutschen Gewässern mindestens 329 Menschen, immerhin 20 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Diese Zahlen gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag (17.09.20) bekannt.

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Allerdings lag die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken im Sommermonat August mit 117 so hoch wie seit vielen Jahren nicht (2019: 45). Auch im heißen Sommer 2018 gab es mit 110 ertrunkenen Personen etwas weniger Todesfälle in diesem Monat zu verzeichnen. Letztmals lag die Zahl ertrunkener Personen im August im Jahr 2003 höher (129).

„Erfreulich ist, dass wir verglichen mit dem Vorjahr weniger Fälle von Ertrunkenen insgesamt haben. Der Sommer war dieses Mal speziell im Juni und Juli etwas verhaltener. Die Statistik zeigt jedoch auch: Sobald es heiß wird, gehen die Leute – oft zu sorglos – ins Wasser“, so DLRG-Präsident Achim Haag.

„Die Ursachen sind wie so oft Leichtsinn, Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, eine zu hohe Risikobereitschaft und insbesondere das Schwimmen in unbewachten Gewässern“, beklagte der Chef der Lebensretter. „Dadurch, dass zahlreiche Schwimmbäder coronabedingt geschlossen hatten oder nur beschränkt zugänglich waren, haben sich viele Menschen Alternativen im Freien gesucht.“ Damit seien auch die steigenden Zahlen bei gutem Wetter im August zu erklären, so Präsident Haag.

Unfallschwerpunkte sind nach wie vor Seen und Flüsse. In den überwiegend unbewachten Binnengewässern ertranken 287 Menschen. Das entspricht wie im Vorjahr rund 85 Prozent der Gesamtzahl. 156 Menschen starben in Seen und Teichen, 123 in Flüssen und Bächen, 8 in einem Kanal.

Demgegenüber sind die Küsten von Nord- und Ostsee weiterhin vergleichsweise sicher, weil die gut ausgebildeten Rettungsschwimmer der DLRG an fast 90 Stationen zwischen Borkum und Usedom von Mitte Mai bis Mitte September über die Sicherheit an den Stränden wachen. Sie leisten bei Bade- und Wassersportunfällen schnelle Hilfe und verhindern durch ihren Einsatz Schlimmeres.

Trotz starker Besucherzahlen an den Küstengewässern in diesem Jahr ging die Zahl der Ertrunkenen im Vergleich zu den Vorjahren weiter zurück. Im Meer ertranken bis Ende August 18 Menschen (Nordsee: 4, Ostsee: 14) und damit vier weniger als 2019.

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