Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019
Rettungs-Magazin 5/2019
Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN

Genaue Standortbestimmung durch Advanced Mobile Location

(Bild: BRK)München (BRK) – In vielen Fällen erweist sich die Standortbestimmung bei Notrufen schwierig. Die Anrufenden können vielfach ihren genauen Standort nicht angeben. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) testet deshalb seit August 2017 gemeinsam mit Google die Schnittstelle „Advanced Mobile Location“ (AML). Voraussichtlich in den nächsten Wochen werden über einen bundesweiten AML-Übergabepunkt sämtliche AML-Daten von Android und Apple-Smartphones allen Integrierten Leitstellen in Deutschland zur Verfügung stehen.

Seit Beginn des Testbetriebs wurden in Bayern über 300.000 Notrufe über die Notrufnummer 112 mit AML-Daten übermittelt. „Besonders wertvoll ist die Technologie in freiem Gelände, dort, wo es keine postalische Adresse mit Straße und Hausnummer gibt“, weiß Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. „Vielen Menschen konnte dadurch schnellere Hilfe geschickt werden, da der Einsatz- oder Unfallort fast metergenau bestimmt wurde.“

Anzeige

AML ist keine App, sondern bereits im Betriebssystem des Smartphones integriert. Wählt ein Anrufer die Notrufnummer 112, aktiviert das Handy zu Gesprächsbeginn automatisch WLAN und GPS, auch wenn das vorher noch nicht der Fall war bzw. diese Funktionen am Endgerät dauerhaft deaktiviert wurden. Zeitgleich mit dem Notruf werden mit AML präzise Standortdaten abhörsicher per Internet an die Integrierten Leitstellen übermittelt. Hierzu wurde ein eigener Übergabepunkt für Bayern definiert. Der Anrufende muss also nichts weiter unternehmen, außer die Notrufnummer 112 zu wählen.

„Eine lückenlose Netzabdeckung ist entscheidend, vor allem im Notfall“, erläutert Stärk. „Da hat Deutschland noch einiges aufzuholen.“

AML nutzt für die Standortbestimmung nicht nur die Funkzellenposition; hier sind die Unsicherheitsradien sehr groß (0,1 bis 30 km), sondern insbesondere auch andere in den Smartphones integrierte Funktionen zur Positionsbestimmung wie WLAN und GPS. Hierdurch können Standortdaten mit einer Genauigkeit von wenigen Metern an die Leitstellen gesendet werden. Bei den Tests zeigt sich, dass fast 80 Prozent der Standortdaten mit einer Genauigkeit von bis zu 20 Metern angezeigt wurden. Weitere 19 Prozent lagen zwischen 21 und 65 Metern und etwa ein Prozent lag über 65 Meter Unsicherheitsradius.

Im vergangenen Jahr 2018 wurden in Europa 73 Prozent der Notrufe über Mobiltelefone abgesetzt.

Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019
Rettungs-Magazin 5/2019
Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren