Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019 Digital
Rettungs-Magazin 5/2019 Digital
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Forschungsprojekt „Sirene“ verspricht schnelle Hilfe im Wald

(Bild: Jan Michael Hosan)Frankfurt am Main (pm) – Das Forschungsprojekt „Sirene“ (Sicherheit und Rettung in Natur und Erholungsräumen mit Hilfe navigationsgesteuerter Prozessketten) der Frankfurt University of Applied Sciences hat ein IT-Paket entwickelt, mit dem es nach Unfällen im Wald schnelle Hilfe für die Betroffenen gibt.

Wer im Gelände wandert, radelt, klettert und dabei einen Unfall hat, benötigt rasche Hilfe. Das Problem für die Rettungskräfte: Verunglückte im Unterholz schnell zu finden und zu retten. Die Lösung verspricht ein neu entwickeltes IT-Paket auf der Basis von Geodaten. Es macht die Rettung auch in adresslosen Gebieten effizienter – vorausgesetzt, die verunfallte Person hat ein Smartphone dabei und die Netzverbindung ist stabil. Der Anruf über die Nummer 112 löst eine telematisch gestützte und prozessgesteuerte Rettungskette aus. Die genaue Position des Unfallopfers wird bestimmt, Feuerwehr, Polizei und Bergwachten erhalten Navigationsanweisungen, wie sie sich unwegsamen Unfallstellen am besten annähern. Auch verunglückte Waldarbeiter und Forstleute können die Rettungskräfte so ohne Verzug erreichen. Das Prinzip: Alle drei Komponenten der digitalen Rettungskette kommunizieren während des gesamten Einsatzes und tauschen Standortinformationen untereinander aus.

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Entwickelt wurde diese Rettungsketten-Suite im Rahmen des Forschungsprojekts „Sirene“ der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS). Als Datengrundlage werden vorhandene Geoinformationssysteme sowie Geobasisdaten genutzt und mit Fachdaten aus der Wald- und Forstwirtschaft verknüpft.

Im Forschungsprojekt entwickelten die Forscher drei Anwendungen, die sich über standardisierte Schnittstellen in vorhandene Technologien der Einsatzleitstellen integrieren lassen: eine Rettungs-App zur Unfall-Meldung, eine Rettungssuite in Web- oder Desktopvariante als zentrale Steuerkomponente für die Leitstellen sowie einen Rettungslotsen, der als mobile App einen Rettungswagen zum Einsatzort führt.

Es beginnt mit einem Anruf der 112 oder 110 durch das Opfer bzw. einen Ersthelfer. Wer die Rettungs-App bereits auf dem Smartphone installiert hat, startet darüber den Anruf. Der Anruf landet in der zuständigen Rettungsleitstelle. Als zweite Anwendung erkennt die dort installierte Rettungssuite, dass der Anruf von einem Smartphone kommt. Die Suite sendet automatisch an das Handy per SMS einen Link, der zu einer einfachen Webanwendung führt. Im Handydisplay erscheint ein roter Knopf. Klickt die verunfallte Person (oder die Begleitperson) ihn an, gibt sie die GPS-Ortung frei oder stimmt alternativ zu, dass sie über die Einwahlknoten ihres Telefonproviders lokalisiert werden darf. In der App kann man zudem ergänzende Angaben zur Zahl der Verletzten oder Art der Verletzungen machen.

Das System ist fast bis zur Marktreife entwickelt und hat seine Praxistauglichkeit bereits unter Beweis gestellt. Die Berufsfeuerwehr Wiesbaden rückte im April 2019 mit zwei Einsatzfahrzeugen samt Einsatzkräften in den Wald aus und simulierte verschiedene Rettungsszenarien. Die Bergwacht des Hochtaunuskreises nutzte über mehrere Tage „Sirene“ parallel im Einsatz.

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