Produkt: Rettungs-Magazin 4/2019
Rettungs-Magazin 4/2019
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Ernstfalltraining in virtueller Realität

(Bild: Grathwohl Fotografie)Ulm (pm) – Angehende Notfallsanitäter und -sanitäterinnen können seit Kurzem an den Schulen des DRK in Baden-Württemberg in VR-Lernumgebungen für ihre Einsätze trainieren. Die Firma Tricat hat hierfür zusammen mit dem DRK mehrere notfallmedizinische Krankheitsbilder erarbeitet und in die Software i:medtasim überführt. Vom Schlaganfall über den Herzinfarkt bis zum Polytrauma könnte schon bald alles virtuelle Realität werden.

Brille auf, Kabel sortieren, eingewöhnen, Equipment checken: Die ersten Minuten mit einer Virtual-Reality-Brille (VR) auf dem Kopf sind noch gewöhnungsbedürftig. Aber nach etwa fünf Minuten sind die Teilnehmer voll in der Einsatzsituation. „Plötzlich merkt man, wie sich das Verhalten der Übenden ändert“, erzählt Dominik Wichmann, Schulleiter der Bildungseinrichtung Ulm. „Das ist der Augenblick, in dem sie die Übungssituation als real empfinden. Realer, als es unsere üblichen Übungssituationen im Lehrsaal je sein können.“

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Mit der Brille und dem Kopfhörer verschwinden die Umgebung, die Mitschülerinnen und Mitschüler, ihr Husten und Rascheln. „Viele sagen hinterher, dass sie das Szenario fast wie einen echten Einsatz erlebt haben“, so Wichmann. Auch in weiteren Aus- und Fortbildungen könne man das System später gut einsetzen. „Es eignet sich nicht nur für den Rettungsdienst, sondern auch bei Themen des Ehrenamts oder, weitergedacht, im Bereich Klinik.“ Die Übenden brauchten keine Vorerfahrung und könnten nach etwa 20 Minuten Eingewöhnungszeit gut damit arbeiten, hat der Schulleiter beobachtet.

Klare Vorteile sieht er beim Debriefing: „Es ergeben sich komplett neue Möglichkeiten, beispielsweise unendlich viele Perspektiven“, sagt Wichmann. Vieles sei mit dem System künftig denkbar, zum Beispiel, dass zusätzlich zu begleitetem Training auch autonomes Trainieren der Schülerinnen und Schüler möglich würde; dass man so lange übe und wiederhole, bis man einen vorgegebenen Punktwert erreicht und dadurch auf ein neues Level komme. Dadurch könne eine Extra-Portion Motivation entstehen, berichtet Dominik Wichmann.

Denkbar ist auch, dass sich Szenarien aus dem ersten Ausbildungsjahr im zweiten Jahr gezielt wiederholen, dann aber mit neuen Rahmenbedingungen, die zum aktuellen Lernstoff passen. „Beispielsweise beim Hypertonus: Im ersten Jahr wird das Grundwissen übers Krankheitsbild und die Versorgung vermittelt, im zweiten Jahr geht es um die konkrete Medikamentengabe“, sagt Wichmann.

Außerdem sollen Lehrunterlagen und Nachschlagewerke im virtuellen Raum hinterlegt werden, sodass sie abrufbar sind und man während des praktischen Übens quasi nochmal in der Theorie nachschauen und abgleichen kann.

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