Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019
Rettungs-Magazin 5/2019
Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN

Effizienterer Austausch in der Notfallversorgung dank 5G

(Bild: Markus Brändli)Leipzig (idw) – Das neue Forschungsprojekt „Momentum“ nutzt die 5G-Infrastruktur, um Geräte im Rettungswagen zu synchronisieren und wichtige Kennwerte in die Notaufnahme zu senden. Mit 6,2 Millionen Euro fördert das Bundesforschungsministerium das Projekt, das federführend von der Universität Leipzig durchgeführt wird.

„Momentum“ steht für „Mobile Medizintechnik für die integrierte Notfallversorgung und Unfallmedizin“ und möchte Handlungsabläufe am Unfallort und in der Klinik besser aufeinander abstimmen. „Wir entwickeln zum einen eine Technologie, die alle Medizingeräte im Rettungswagen miteinander kommunizieren lässt. Zum anderen bringen wir die Patientendaten in kürzester Zeit in die Notaufnahme der Klinik, in die der Patient dann eingeliefert wird“, sagt Prof. Dr. Thomas Neumuth, Projektleiter und stellvertretender Direktor des ICCAS-Forschungszentrums der Medizinischen Fakultät.

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Ziel ist es, die Patientenbehandlung besser und effizienter zu gestalten. Einige diagnostische Verfahren sollen zum Einsatzort hin verschoben werden. So könnte ein Notarzt beispielsweise Ultraschalluntersuchungen durchführen und die Bilder unmittelbar ans Klinikum senden. Von dort erhält das Team an der Einsatzstelle telemedizinische Unterstützung bei der weiteren Behandlung. Gleichzeitig kann sich das Ärzteteam in der Notaufnahme gezielt auf den eintreffenden Patienten vorbereiten.

„Wir untersuchen im Projekt auch, wie gut sich 5G in einem abgeschlossenen System, hier dem Rettungswagen, eignet, um Medizingeräte miteinander zu vernetzen. Die gesammelten Daten werden mithilfe von 5G-Technologie aus dem Wagen in eine darüber liegende Infrastruktur übertragen, wo alle Informationen sinnvoll zusammengefasst und für die Ärzte in der Klinik visualisiert werden“, erklärt Max Rockstroh, Projektmitarbeiter am ICCAS.

Zum Projektstart stehen die Wissenschaftler vor zwei Herausforderungen. Sie müssen zunächst Medizingeräte unterschiedlicher Hersteller miteinander vernetzen. Hier hat das ICCAS in langjähriger Forschungsarbeit schon erste Ansätze entwickelt und ist aktiv an der Entwicklung und Verbreitung der IEEE11073-SDC Standardfamilie zur Medizingerätevernetzung beteiligt.

Zum anderen müssen sie mit den Gegebenheiten vor Ort umgehen: Während in der Stadt die Daten via LTE schnell ans Krankenhaus übermittelt werden können, sieht es mit der Mobilfunkabdeckung auf dem Land ganz anders aus. „Wir müssen Lösungen finden, wie wir mit schlechter Netzwerk-Infrastruktur vor Ort umgehen und uns überlegen, welche Daten noch übertragen werden können. Vielleicht lässt sich dann nur die Herzfrequenz an die Klinik senden und nicht die komplette EKG-Kurve“, so Rockstroh.

Das Forschungsprojekt läuft über drei Jahre. Weitere Partner sind die Universitäten Bremen und Lübeck, die Universitätskliniken Leipzig und Schleswig-Holstein Lübeck, das Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau, SurgiTaix, ERNW Research, Primedic, Weinmann Emergeny Medical Technology, Dräger, Firma Karl Storz, notarztdienste.de sowie die Johanniter.

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