BRK-Rettungsdienst: Erstmalig mehr als 2 Mio. Einsätze

(Bild: DerManuW/pixabay.com)München (BRK) – Die Rettungskräfte des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) wurden in 2022 erstmalig zu mehr als zwei Millionen Einsätzen (2,025 Mio.) alarmiert.

Während der Rettungsdienst im Jahr 2020 aufgrund kontakteinschränkender Maßnahmen einen spürbaren Rückgang der Einsatzzahlen (-6 Prozent) erlebte, sind diese seither jährlich um jeweils 7 Prozent auf 2,025 Millionen Einsätze im Jahr 2022 gestiegen, wie die Organisation am Mittwoch vergangener Woche (11.01.2023) in ihrer Jahresbilanz mitteilte. Das BRK betreibt rund 80 Prozent des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes in Bayern.

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Ein deutliches Plus von 35.440 Einsätzen (+25,42 % von 2021 zu 2022) zeigt sich bei Einsätzen, bei denen eine Hilfeleistung, aber kein Patiententransport stattgefunden hat. Das waren überwiegend Einsätze, bei denen die Rettungskräfte keine Transportindikation in ein Krankenhaus feststellen konnten. Zudem stieg der Anteil der Einsätze, bei denen das Einsatzmittel während der Anfahrt abbestellt wurde oder vor Ort kein Patient auffindbar war, um 13 Prozent.

„Die steigende Belastung des Rettungsdienstes ist alarmierend. Immer mehr Menschen wählen den Notruf 112, weil andere Versorgungsstrukturen nicht verfügbar sind. Der Rettungsdienst agiert dabei oft als letztes Glied in der Kette der gesundheitlichen Versorgung im Freistaat Bayern“, so BRK-Präsidentin Angelika Schorer. „Der Rettungswagen ist kein Taxi mit Blaulicht.“

Eine wichtige Gegenmaßnahme ist aus Sicht des Bayerischen Roten Kreuzes, ambulante Versorgungsstrukturen weiter auszubauen und verfügbarer zu machen. „Vor allem aber braucht es mehr Aufklärung, wofür der Rettungsdienst da ist – und wofür andere Versorgungsstrukturen die richtigen Anlaufstellen sind“, betont Schorer.

Personalengpässe aufgrund von Isolationsauflagen und Krankheit machten im Jahr 2022 auch vor dem Rettungsdienst keinen Halt. Rettungskräfte mussten trotz regulär freier Tage immer häufiger einspringen, um den Dienstbetrieb aufrechtzuerhalten und beispielsweise das Ausfallen eines Rettungswagens zu verhindern.

Dabei nimmt BRK-Präsidentin Angelika Schorer auch die Kostenträger in die Pflicht: „Wir könnten viel mehr junge Menschen ausbilden, als derzeit von den Kostenträgern finanziert werden. Die Berufe im Rettungsdienst sind hoch nachgefragt und sehr attraktiv. Mit mehr Fachkräften und insbesondere Notfallsanitäterinnen und -sanitätern sinkt die Belastung für jeden einzelnen Mitarbeitenden und es steigt die Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf.“

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