Produkt: Rettungs-Magazin 1/2021
Rettungs-Magazin 1/2021
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Borken wird erster Telenotarzt-Standort in Westfalen

(Bild: Karlheinz Gördes/Kreis Borken)Borken (pm) – Der Kreis Borken wird der erste Telenotarzt-Standort in Westfalen und einer der ersten in ganz NRW. Ab sofort wird die im Auftrag der Kreisverwaltung betriebene DRK-Rettungswache in Vreden den Telenotarzt-Dienst nutzen.

Der Telenotarzt arbeitet ergänzend zum bisher bekannten Notarztsystem und ermöglicht den vor Ort im Einsatz tätigen Rettungskräften eine zuverlässige Konsultation eines Notfallmediziners. Der Kreis Borken schaltet sich dazu bei der Telenotarzt-Zentrale des auf digitalen Lösungen im Rettungsdienst spezialisierten Unternehmens „Umlaut Telehealthcare“ in Aachen auf. Die entsprechenden Verträge wurden im Herbst 2020 unterzeichnet.

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24 Stunden an sieben Tagen in der Woche steht damit ein Notfallmediziner in der Telenotarzt-Zentrale in Aachen zur Verfügung. Dieser wird im Notfalleinsatz online per Ton und Bild mit dem Rettungswagen und somit mit den Notfallsanitätern verbunden. Zum Einsatz kommen dabei moderne Telekommunikationsmöglichkeiten, damit die ärztliche Unterstützung so schnell und effizient wie möglich zur Verfügung gestellt werden kann.

Einerseits steigen auch im Kreis Borken die Einsatzzahlen stetig. Andererseits ist absehbar, dass es in absehbarer Zeit einen Mangel an Notärzten, vor allem in ländlichen Gegenden, geben wird. Aus diesem Grund musste bereits der bisherige Notarztstandort am Krankenhaus in Vreden aufgegeben werden. Der Telenotarzt-Dienst bietet in dieser Situation eine effektive Ergänzung und Entlastungsoption in der notfallmedizinischen Versorgung.

„Ein weiterer Vorteil ist, dass der Telenotarzt in der Zentrale gleichzeitig mehrere Fälle betreuen kann“, erläuterte Bernd Valentin von „Umlaut Telehealthcare“. Dessen Firma betreute auf diese Weise seit 2014 insgesamt bereits über 25.000 Rettungseinsätze.

Die Live-Übertragung von Audiokommunikation, Vitalparametern in Echtzeit, Fotos und Videos von der Einsatzstelle gestatten es dem Telenotarzt, sich sofort ein exaktes Bild des Patienten zu machen. „Genutzt werden dafür alle verfügbaren in- und ausländischen Mobilfunknetze, die gebündelt zum Einsatz kommen“, betonte Kreisordnungsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow.

Für den Standort Vreden bedeute dies, dass auch das niederländische Netz mitgenutzt wird. „Auf diese Weise kann der Telenotarzt die Einsatzkräfte durch medizinische Beratung, gemeinsame Findung einer Diagnose und durch die Delegation therapeutischer Maßnahmen unterstützen“, machte Hanjo Groetschel, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes des Kreises Borken, deutlich. Somit kann in bestimmten Situationen auf den Einsatz eines vor Ort tätigen Notarztes verzichtet bzw. der Zeitraum bis zu dessen Eintreffen vor Ort überbrückt werden.

Die Investitionskosten für den Kreis Borken beliefen sich auf rund 20.000 Euro. Dazu kommen Ausbildungskosten der zuständigen Notfallsanitäter und die laufenden Kosten für den Vertrag mit der Firma „Umlaut Telehealthcare“.

„Wir haben den Telenotarzt-Dienst als einer von wenigen Kreisen in NRW im Rettungsdienstbedarfsplan verankert und deshalb wird er von den Krankenkassen vollständig refinanziert“, erklärte Heribert Volmering, Leiter des zuständigen Fachbereichs Sicherheit und Ordnung der Kreisverwaltung, dazu.

Der Rettungswagen Vreden ist bereits mit der entsprechenden Kommunikationstechnik ausgestattet. Die Mitarbeiter der Rettungswache Vreden wurden Ende 2020 entsprechend geschult. Voraussichtlich wird im Frühjahr 2021 ein zweiter Rettungswagen im Kreis Borken mit dem Telenotarztsystem ausgestattet. Dieser wird dann an der Rettungswache in Borken stationiert sein.

Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019 Digital
Rettungs-Magazin 5/2019 Digital
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