Produkt: Rettungs-Magazin 4/2019
Rettungs-Magazin 4/2019
Rettungsgasse+++BRK: Sanitätsdienst mit Elektro Mountainbike+++Analgesie durch Notfallsanitäter+++Sauerstofftherapie+++Rettmobil Bericht+++DGzRS: Neuer Bootstyp

Björn-Steiger-Stiftung: Gewinner des Zukunftspreises stehen fest

(Bild: Björn Steiger Stiftung)Winnenden (ots) – Die Björn-Steiger-Stiftung hat in diesem Jahr erstmals den „Zukunftspreis Rettungsdienst“ ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden Institutionen und Unternehmen aus allen Bereichen der rettungsdienstlichen und notfallmedizinischen Versorgung, die mit innovativen Lösungen und Projekten einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität und Produktivität des Rettungsdienstes in Deutschland leisten.

Der Preis wird in den vier Kategorien Personal, Technik, Einsatzablauf und Forschung vergeben. Er ist mit jeweils 2.000 Euro dotiert und soll künftig alle zwei Jahre ausgeschrieben werden. Die offizielle Preisverleihung findet aufgrund der Corona-Pandemie zu einem späteren Zeitpunkt statt.

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„Wir haben uns darüber gefreut, eine Vielzahl von Bewerbungen mit zielführenden Entwicklungen und Ideen erhalten zu haben. Es gibt in Deutschland nach wie vor gute Ideen, um die Notfall-Versorgung zu verbessern“, so Ulrich Schreiner, Geschäftsführer der Björn-Steiger-Stiftung gGmbH. „Wir gratulieren den Preisträgern und hoffen, dass unser Zukunftspreis Rettungswesen auch für andere Anreize setzt zur Entwicklung innovativer Lösungen, damit wir gemeinsam einen entscheidenden Beitrag leisten können für den Fortschritt im rettungsdienstlichen Alltag.“

„Kliniksanitäter“ im Kampf gegen COVID-19

Personal: In dieser Kategorie konnte das Konzept „Kliniksanitäter“ von Dr. Gerrit Jansen (Evangelisches Klinikum Bethel, Bielefeld) zur kurzfristigen Qualifikation von rettungsdienstlichem und klinischem Personal für den Einsatz auf Intensivstationen und in Notaufnahmen die Jury überzeugen.

Im März 2020 waren die Krankenhäuser in Deutschland aufgefordert worden, ihre Intensivkapazitäten aufgrund der Zunahme der COVID-19-Erkrankungen auf das Doppelte zu erweitern. Die Häuser standen vor der Frage, woher sie unter Zeitdruck Personal nehmen sollten, das sie nicht hatten. Erschwerend kam hinzu, dass die Kontaktbeschränkungen einen regulären Ausbildungsbetrieb mit Präsenzunterricht unmöglich machten.

Zur Lösung dieser Herausforderungen entwickelten der Bielefelder Mediziner und sein interdisziplinäres Team gemeinsam mit dem Studieninstitut Westfalen-Lippe ein Weiterbildungskonzept unter den Herausforderungen der COVID-19-Pandemie.

Die Weiterbildungseinheiten bestehen aus E-Learning-Teilen mit Videos und Webinaren sowie Praxiseinsätzen. Darüber hinaus umfasst das Konzept die Verbesserung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Klinik und Rettungsdienst ebenso wie den wechselseitigen Austausch von Innovationen und den Aufbau bereichsübergreifender Versorgungskonzepte. Auch die Strukturierung von Notfallplänen zur schnellen Gewinnung von Hilfspersonal bei zeitkritischen Phasen ist Bestandteil des Kliniksanitäter-Konzepts. Es eignet sich als Vorlage für andere Krisen- und Katastrophenszenarien.

MANV-Übungen in 3D-Simulationen

Forschung: Hier wurde das Projekt „MANV3D“ der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe gGmbH ausgezeichnet. Es handelt sich um eine Entwicklung von virtuellen Trainingsszenarien zur schnellen Orientierung in unterschiedlichen Umgebungen. Das virtuelle Einsatztraining ist nicht nur in Zeiten der COVID-19-Pandemie eine wichtige Ergänzung zu Präsenzübungen. Diese komplexen Prozesse, bei der viele Verletzte schnellstmöglich gerettet und versorgt werden müssen, lassen sich in der Realität nur schwer simulieren.

Hier setzt das Projekt MANV3D an. Aus 3D-Scans von realen Objekten oder Einsatzorten wird zunächst eine virtuelle Umgebung erstellt. Mithilfe dieser Modelle können Planübungen für jeden denkbaren Einsatzort bearbeitet und die Daten für die Einsatzplanung, Lageerkundung oder auch Ausbildung genutzt werden. Darüber hinaus können mit diesen Simulationen und den darin durchzuführenden Szenarien auch das Verhalten der Einsatzkräfte geprobt und mögliche Fehler prospektiv vermieden werden. Fehlerquoten aber auch der Schulungsaufwand im realen Betrieb werden damit deutlich reduziert.

Auch große, aufwendig geplante Übungen stehen im Nachgang weiter virtuell zur Verfügung. MANV3D ist auf jedem mobilen Endgerät oder Computer nutzbar. Dabei kann der Anwender entscheiden, ob er es per „Touch and Walk“ oder als VR-Version nutzt.

INTRAXX für mehr Sicherheit

Technik: In dieser Kategorie setzte sich das INTRAXX-System der Firma Ferno durch. Das System dient der Unterbringung loser Ausrüstungsgegenstände im Fahrzeug und erlaubt dem Rettungsdienstpersonal, in sitzender, gesicherter Position zu arbeiten. Damit reduziert sich das Verletzungsrisiko bei einem Unfall oder plötzlichen Brems- bzw. Ausweichmanövern.

Das modulare Lochschienensystem kann an einer Wand, der Decke, dem Boden oder auf Ablagen/Radkästen montiert werden. Es dient der sicheren Aufnahme der verschiedenen Halterungen und Taschen für Medizinprodukte sowie Geräte. Häufig benötigte Geräte befinden sich so in unmittelbarer Nähe des Anwenders.

Je nach Einsatz kann das Rettungsfahrzeug durch den Einbau des INTRAXX-Systems individualisiert werden. Das erleichtert den Arbeitsfluss, die Bevorratung und senkt die Unterhaltskosten. Auch hinsichtlich der Hygiene bietet das System Vorteile, da das Fahrzeug leichter gereinigt werden kann.

Erste-Hilfe-Poster fürs Kinderzimmer

Einsatzablauf: Das Projekt „Erste Hilfe im Handumdrehen/Kinderzimmer“ von Lynn Marie Zapp und Meike Haagmans bringt das Thema Erste Hilfe in den Familienalltag. Die von ihnen entworfenen Erste-Hilfe-Poster sind plakativ sowie informativ gestaltet und zeigen die wichtigsten Maßnahmen sowie Notrufnummern (Giftnotruf, Kinderklinik, Kinderarzt).

Die littleplan-Poster heben sich im Design stark von klassischen medizinischen Postern ab und sind für Kinderzimmer geeignet. Dadurch werden die Erste-Hilfe-Maßnahmen im Alltag immer wieder wahrgenommen und die Schritte können verinnerlicht werden. Dabei geben die Poster den Eltern die Sicherheit, in einer Notfallsituation handlungsfähig zu bleiben, wodurch die Hilfsfrist und Reaktionszeit im Notfall deutlich verkürzt werden können.

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