Berlin setzt jetzt auf Katretter-App

(Bild: (Symbol) Markus Brändli)Berlin (BF) – Mit dem Ziel, die Zahl der Ersthelfenden zu vergrößern und diese zu organisieren, steht in Berlin jetzt die Smartphone-App „Katretter“ zur Verfügung. Am weltweiten “Tag der Wiederbelebung” (16.10.2020) nahmen Berlins Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen und der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Dr. Stefan Poloczek, das Katretter-System offiziell in den Dienst.

Die Leitstelle der Berliner Feuerwehr wird künftig bei Alarmierungen zum Herz-Kreislauf-Stillstand die Koordinaten der Einsatzstelle an das Katretter-System übermitteln. Dieses benachrichtigt dann registrierte Ersthelfende, die sich in der Nähe des Notfallortes befinden.

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„Selbstverständlich beteiligt sich die Berliner Feuerwehr an so wichtigen Digitalisierungsprojekten wie Katretter“, betont Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen. „Nach sorgfältiger Erprobung der App kann sich nun jede Ersthelferin und jeder Ersthelfer registrieren. Für die Steigerung der Überlebensrate und die Verringerung von Spätfolgen ist der Einsatz ersthelfender Menschen von zentraler Bedeutung. Sie übernehmen im entscheidenden Moment Verantwortung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.”

„Diese Innovation ermöglicht es uns, die behandlungsfreie Zeit beim Herz-Kreislauf-Stillstand durch den Einsatz von Ersthelfern weiter zu verkürzen. Unser langfristiges Ziel ist es, im Land Berlin circa 40.000 registrierte Ersthelfende über die Katretter-App zu aktivieren”, ergänzt der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Dr. Stefan Poloczek.

Die Berliner Feuerwehr begann im September 2019 mit dem Probebetrieb des Katretter-Systems. Zum Ende der Erprobungsphase waren bereits 1.500 Menschen mit Ersthelferbereitschaft registriert. In der ersten Oktoberwoche 2020 waren bei fast einem Drittel der Reanimationsalarme auch Ersthelfende am Notfallort.

Jährlich erleiden etwa 2.600 Menschen in Berlin einen Herzstillstand. Nur jeder Zehnte überlebt dieses Ereignis ohne bleibende Schäden. Für die betroffenen Menschen ist es wichtig, dass unmittelbar nach dem Herzstillstand und vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit einer Herzdruckmassage begonnen wird.

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