Akutes Koronarsyndrom: ASS nur in geringer Dosis

Bremen (rd_de) – Die aktuelle Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) empfiehlt Veränderungen der aktuellen Algorithmen zur Therapie eines Akuten Koronarsyndroms. Unter anderem betrifft dies die Gabe von Aspirin (ASS).

In zahlreichen Rettungsdienstbezirken wird routinemäßig beim Akuten Koronarsyndrom eine Ampulle Aspirin i.v. gespritzt. Nach dem Motto: „Ist die Sektflasche erst mal geöffnet, muss der Inhalt rasch und komplett geleert werden.“ Das ist allerdings nicht mehr zeitgemäß. Alle Fachgesellschaften sprechen sich seit Jahren für erheblich geringere Dosen als 500 mg aus.

Bereits in den vergangenen Jahren haben die American Heart Association (AHA) und das European Resuscitation Council (ERC) die Dosierung auf 250 mg i.v. reduziert. Das ESC rät dazu, dass jeder Patient mit Verdacht auf Akutes Koronarsyndrom entweder 150 – 300 mg ASS oral oder 75 – 150 mg i.v. erhält.

Die aktuelle ACUTE-Studie hat gezeigt, dass eine i.v.-Gabe von 250 mg ASS schneller und potenter wirkt als 300 mg oral.

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(Text: Matthias Bastigkeit, Fachdozent für Pharmakologie, Medizinjournalist; Symbolfoto: Markus Brändli; 19.09.2018) [6112]

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