DRK-Symposium zum Thema „Visionen im Rettungsdienst"
Kassel (DRK) – Rund 500 Fachkräfte aus Rettungsdienst, Behörden und Hilfsorganisationen haben am 13. und 14. November 2025 in Kassel über zentrale Zukunftsfragen des Rettungsdienstes beraten. Beim 22. DRK-Rettungsdienstsymposium des DRK-Landesverbands Hessen standen insbesondere die Themen Akademisierung, Personalentwicklung und Professionalisierung im Mittelpunkt.
Bereits zum Auftakt betonte Hessens DRK-Präsident Norbert Södler die Bedeutung klarer strategischer Impulse. Weiterentwicklung erfordere Mut und politische Zusammenarbeit, sagte er. Die Veranstaltung gilt seit Jahren als wichtiger Treffpunkt für Expertinnen und Experten des Rettungsdienstes sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Kostenträgerschaft.
Am zweiten Veranstaltungstag begrüßte der Landesverband Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz. Sie dankte den haupt- und ehrenamtlichen Kräften und verwies auf laufende Maßnahmen wie die Ausbildungsoffensive, den Einsatz von Notfall-KTW und die Implementierung eines Critical Incident Reporting Systems (CIRS). Ziel sei ein zukunfts- und krisenfest aufgestellter Rettungsdienst.
Ein thematischer Schwerpunkt lag auf der Akademisierung des Berufs der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters. Die Teilnehmenden diskutierten Chancen und Herausforderungen eines akademischen Qualifizierungswegs, der nach Einschätzung vieler als zentrales Element zur langfristigen Sicherung der Versorgungsqualität gilt.
Aus den Vorträgen und Diskussionen leiteten die Organisatoren sechs Thesen für einen zukunftsfähigen Rettungsdienst ab:
1. Resilienz stärken, Strukturen vereinheitlichen: Der Rettungsdienst müsse krisenfest organisiert sein; föderale Unterschiede dürften nicht zu ungleichen Standards führen.
2. Digitalisierung und Telemedizin ausbauen: Digitale Einsatzdokumentation, telemedizinische Anwendungen und sichere Datenwege sollen Effizienz und Patientensicherheit erhöhen.
3. Leitstellen zu Gesundheitsleitstellen entwickeln: Strukturierte Notrufabfragen und bessere Vernetzung sollen Patientinnen und Patienten zielgerichteter steuern.
4. Finanzierung sicherstellen: Angesichts steigender Kosten brauche es langfristig tragfähige Modelle, die nicht nur Mindeststandards, sondern auch Innovation ermöglichen.
5. Akademisierung und Personalentwicklung fördern: Wissenschaftliche Weiterqualifizierung, Karrierestrukturen und kontinuierliche Fortbildung sollen die Professionalisierung stärken.
6. Gesellschaftliche Verantwortung und Prävention betonen: Prävention und Gesundheitsbildung könnten Notfallstrukturen entlasten und das Vertrauen der Bevölkerung stärken.