Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019
Rettungs-Magazin 5/2019
Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN

Zweimal am selben Tag in Seenot geraten

(Bild: Herman IJsseling/Flying Focus)Borkum (DGzRS) – Für zwei Segler und einen Hund ist ihr Segeltörn vor Borkum am Samstag (23.05.2020) an Bord des künftigen Seenotrettungskreuzers „Hamburg“ (SK 40) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zu Ende gegangen. Gleich zwei Mal am selben Tag waren die Segler in der Emsmündung auf die Hilfe der niederländischen und deutschen Seenotretter angewiesen.

Gegen Mittag hatten die Frau und der Mann nahe der Tonne Osterems 48 Ruderprobleme ihrer Elf-Meter-Segelyacht gemeldet. Das Seenotrettungsboot „Jan en Titia Visser“ der niederländischen Seenotrettungsgesellschaft KNRM befand sich zu dieser Zeit ganz in der Nähe auf Kontrollfahrt. Es nahm die Segelyacht auf den Haken und brachte sie samt Besatzung sicher nach Eemshaven. Dort sollte der Defekt repariert werden.

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Am frühen Abend meldete der Kapitän der deutschen Autofähre „Ostfriesland“ den Borkumer Seenotrettern der DGzRS, dass dieselbe Segelyacht in der Fischerbalje vor der Insel festgekommen war. Kurz darauf setzte der Skipper einen „Mayday“-Ruf ab. Bei Westsüdwest-Winden um acht Beaufort (bis 74 km/h Windgeschwindigkeit) arbeitete das Boot schwer in der Brandung. Zu diesem Zeitpunkt war das Tochterboot des noch ungetauften neuen Seenotrettungskreuzers SK 40 bereits unterwegs zum Havaristen. Ein Windpark-Schiff und ein Lotsenboot waren ebenfalls vor Ort.

Bis auf etwa 50 Meter tastete sich die künftige „Hamburg“ vorsichtig heran, um mit dem Leinenwurfgerät eine Verbindung herzustellen. Statt das Manöver abzuwarten, bestieg das Paar etwa zwei Meter langes Schlauchboot. Augenblicke später ließ der strake Wind das Boot kentern.

Die Seenotretter fuhren an die Schiffbrüchigen heran und retteten die beiden etwa 50-Jährigen samt Bordhund aus dem Wasser. Über die Bergungspforte nahmen sie sie an Bord des Tochterbootes. Auf dem Seenotrettungskreuzer erhielten die Geretteten kurz danach warme Getränke und trockene Kleidung. Die Segelyacht wurde in den Borkumer Schutzhafen geschleppt.

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