Skibergsteiger stirbt bei großem Lawinenabgang

(Bild: BRK BGL)Ramsau (BRK) – Ein 39-jähriger Skibergsteiger ist am Dienstagnachmittag (25.01.2022) bei einem großen Lawinenabgang auf der Nordwestseite der Hocheisspitze in den Berchtesgadener Alpen ums Leben gekommen.

Laut Polizei und BRK waren der 39-Jährige und sein 54-jähriger Tourenpartner gegen 15:00 Uhr im Aufstieg rund 100 Höhenmeter unterhalb des Gipfels der Hocheisspitze (2.523 Meter), als einer der beiden Skitourengeher ein geschätzt 150 Meter breites und 200 Meter langes Schneebrett auslöste. Der 54-jährige Vorausgeher wurde wie durch ein Wunder durch das gewaltige Schneebrett nicht mitgerissen. Er musste aber mit ansehen, wie sein rund 20 Meter entfernter Begleiter von der Lawine rund 400 Höhenmeter durch felsdurchsetztes Steilgelände hinabgespült wurde.

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Der 54-Jährige setzte sofort einen Notruf ab. Sodann versuchte er, auf den sich rund 600 Meter talwärts erstreckenden Lawinenkegel zu gelangen. Dort wollte er versuchen, mit einem Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS) den 39-Jährigen zu orten. Aufgrund der großen Entfernung konnte der Bergsteiger aber kein Signal empfangen.

Die Leitstelle Traunstein erhielt den Notruf aus Österreich, konnte aber keinen Kontakt zum Anrufer herstellen. Daraufhin alarmierte man die zuständige Bergwacht Ramsau, die Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergwacht-Region Chiemgau und die Besatzung des Notarzthubschraubers „Martin 6“. Dieser konnte auf dem Anflug von Süden die Lawine orten, den unverletzten Tourenpartner aufnehmen und ins Tal fliegen. Von dort aus brachte der Helikopter sofort einen Bergretter, ein Suchhundeteam der Bergwacht Berchtesgaden sowie den Heli-Sanitäter auf die Lawine. Der Pilot konnte in der Stauzone landen, sodass die Retter um 15:36 Uhr mit der Suche begannen.

Plötzlich ging alles sehr schnell: Ein Lawinenhund verwies und fing an zu graben. Zeitgleich orteten die beiden Bergretter den Verschütteten mit ihren LVS-Geräten, konnten ihn um 15:48 Uhr sondieren und innerhalb weniger Minuten den rund ein Meter tief verschütteten Kopf freigraben.

Mittlerweile war auch die Besatzung des bayerischen Polizeihubschraubers „Edelweiß 4“ eingetroffen. Die Crew hatte zwei Polizeibergführer der AEG dabei, die ohne Zwischenlandung auf der Lawine abgesetzt wurden. Die beiden Polizisten halfen umgehend, den Verschütteten komplett auszugraben. „Martin 6“ brachte in einem weiteren Anflug einen Notarzt und zusätzliche Bergretter auf die Lawine. Der Mediziner konnte nur noch den Tod des 39-Jährigen feststellen.

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