Köln: 2 Tote bei Wohnhausbrand

(Bild: Olaf Preuschoff)Köln (BF) – Um 17:50 Uhr alarmierte die Leitstelle der Feuerwehr Köln am Mittwoch (24.10.2018) zwei Löschzüge sowie Rettungsdienstfahrzeuge zu einem Brand ins Severinsviertel.

Bereits auf der Anfahrt war eine starke Rauchentwicklung über der Südstadt zu erkennen. In der gemeldeten Straße spielten sich bei Eintreffen der Rettungskräfte dramatische Szenen ab. In einem viergeschossigen Mehrfamilienhaus drang dichter Rauch aus sämtlichen Fenstern, dem Hauseingang wie auch aus dem Dach. In verschiedenen Etagen konnte ein fortentwickelter Brand festgestellt werden.

Zwei Hausbewohner flüchteten vor dem Feuer auf das Dach und konnten über Drehleiter gerettet werden. Eine weitere Person schrie an einem Fenster aus einer der oberen Etagen um Hilfe. Auch sie wurde mittels Drehleiter gerettet. Einen dritten Bewohner brachten Einsatzkräfte der Feuerwehr zu Fuß aus dem Gebäude. Alle vier Personen erlitten Rauchvergiftungen. Drei gelten laut Feuerwehr als leichtverletzt, eine vierte Person als mittelschwer verletzt.

Der Rettungsdienst und Notärzte übernahmen die medizinische Erstversorgung und den anschließenden Transport in umliegende Krankenhäuser. Ein Feuerwehrmann, der sich leichte Verletzungen zuzog, wurde ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht, konnte die Klinik nach ambulanter Behandlung aber noch am Abend wieder verlassen.

2 Tote im Treppenraum

Parallel zu den Maßnahmen zur Menschenrettung über Drehleitern wurde eine Menschenrettung und Brandbekämpfung über den Hauseingang durchgeführt. Im Innenangriff tätige Einsatzkräfte stießen bereits im Treppenraum auf Höhe des ersten Obergeschosses auf ein Todesopfer. Ein zweiter Toter wurde nur wenige Meter danach im Treppenraum gefunden. Der Treppenraum und angrenzende Wohnungen befanden sich bereits zu diesem Zeitpunkt auf mehreren Etagen im Vollbrand. Durch die enorme Brandentwicklung stürzten Teile des hölzernen Treppenraumes ein. Ein weiteres Vordringen ins Gebäudeinnere war für die Einsatzkräfte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.

Der voll entwickelte Brand breitete sich in rasanter Geschwindigkeit vom ersten Obergeschoss bis in das Dach aus. Um eine bevorstehende Brandausbreitung auf beide Nachbargebäude zu verhindern, wurde sowohl über zwei Drehleitern als auch aus beiden Nachbargebäuden heraus ein massiver Löschangriff vorgetragen. Auch von der Gebäuderückseite wurden Löschrohre zur Brandbekämpfung eingesetzt. Zwei zusätzliche Drehleitern wurden an weiteren Nachbargebäuden in Bereitstellung gebracht, um im Falle einer Brandausbreitung umgehend einen Löschangriff einzuleiten.

Einsatzkräfte räumten die beiden direkten Nachbargebäude. Die Bewohner betreute man am nahegelegenen Severinskirchplatz in Bussen der Feuerwehr. Notfallseelsorger verschiedener Konfessionen übernahmen die Krisenintervention. Auch die Kirche Sankt Severin öffnete ihre Türen und bot Betreuung an. Aufgrund der enormen und weithin sichtbaren Rauchentwicklung gab die Feuerwehr frühzeitig unter anderem über die Warn-App NINA eine Bevölkerungswarnung heraus.

Großalarm für Feuerwehr Köln

Bereits nach Eintreffen der ersten Einsatzkräfte alarmierte die Feuerwehr noch vor 18:00 Uhr weitere Rettungskräfte nach. Zunächst erhöhte die Leitstelle auf Alarmstufe 3, kurz darauf löste man für die Feuerwehr Köln Großalarm aus. In der Hochphase des Einsatzes waren rund 185 Kräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr im Einsatz. 135 davon vor Ort in der Südstadt, zusätzliche 50 Einsatzkräfte besetzten die verwaisten Wachen der Berufsfeuerwehr. Auch Spezialkräfte der Freiwilligen Feuerwehr für die Löschwasserversorgung, den Fernmeldedienst, Umweltschutzdienst sowie die Versorgung und Logistik wurden vor Ort eingesetzt. Zirka 60 Atemschutzgeräte setzte die Feuerwehr im Verlauf des Einsatzes ein. Der Leitende Notarzt koordinierte sowohl die rettungsdienstlichen Tätigkeiten, als auch die Betreuung von Betroffenen vor Ort.

Schwierige Löscharbeiten

Bei dem Wohngebäude handelt es sich um einen Altbau, der neben einem hölzernen Treppenraum auch über Holzdecken verfügt. Aufgrund der massiven Brandeinwirkung in den verschiedenen Etagen bestand für die eingesetzten Feuerwehrleute die Gefahr eines Einsturzes, da auch die hölzernen Deckenkonstruktionen vom Brand in Mitleidenschaft gezogen wurden. Nur unter enormer Eigengefährdung konnten die Einsatzkräfte über Drehleitern durch die Fenster in das Gebäude einsteigen, um in den Wohnungen nach weiteren Menschen zu suchen und den Brand zu bekämpfen. Auch nach über fünf Stunden war der Brand noch nicht unter Kontrolle. Im Einsatzverlauf kam neben dem Einsturz von Teilen des Treppenraumes zum Teileinsturz des zum Hinterhof gelegenen Daches.

Zwischenzeitliche Meldungen, dass weitere Personen vermisst werden, kann die Feuerwehr nicht bestätigen. Aufgrund der vorherrschenden Einsturzgefahr konnten bislang (25.10.2018, 04:09 Uhr) noch nicht alle Bereiche des Gebäudes abgesucht werden.

Kurz vor Mitternacht konnte “Feuer unter Kontrolle” gemeldet werden. Durch den Einsatz von speziellen Löschgeräten brachte die Feuerwehr den Brand nach rund sechs Stunden unter Kontrolle. Spezielle Löschlanzen wurden in entlegene und schwer zugängliche Bereiche in Decken und Dachkonstruktion getrieben, um versteckte Brandnester zu löschen. Zur Bekämpfung kleinerer Glutnester blieb ein Löschzug der Berufsfeuerwehr die ganze Nacht vor Ort.

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