Großeinsätze wegen Eichenprozessionsspinner

(Bild: (Symbol) Markus Brändli)Bretten (ots) – Nachdem es bereits am Freitagmittag (17.05.2019) an zwei Schulen in Bretten bei Karlsruhe wegen Eichenprozessionsspinnern zu Evakuierungsmaßnahmen kam, dürften am Montagvormittag (20.05.2019) erneut rund 30 Schülerinnen und Schüler einer Realschule von den giftigen Brennhaaren des Insekts betroffen gewesen sein.

Ein Großaufgebot an Feuerwehr und Rettungsdienst waren Montag im Schulzentrum „Im Grüner“ im Einsatz. Die Kinder wiesen leichte bis mittlere allergische Reaktionen auf den Eichenprozessionsspinner auf. Die betroffenen Kinder wurden vorsorglich ärztlich betreut. Vier Kinder hyperventilierten und verloren kurzzeitig das Bewusstsein.

Alle Schüler der beiden Schulen wurden in die Sporthallen evakuiert. Die Stadt Bretten richtete für Eltern und Betroffene eine Notfall- und Krisen-Hotline ein.

Als Ursache für den erneuten Ausbruch der allergischen Reaktionen wird vermutet, dass die Härchen der Eichenprozessionsspinner am Wochenende durch den Wind in die Schul- und Klassenräume geweht wurden. Beide Schulgebäude werden nach Abschluss der Evakuierungsmaßnahmen professionell gereinigt.

Am Freitag (17.05.2019) war die Polizei gegen 11.30 Uhr über Notruf darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass fünf Schüler auf einen unbekannten Stoff allergische Hautreaktionen gezeigt hätten. In sozialen Netzwerken verbreitete sich zunächst das Gerücht, es hätte sich um einen unkontrollierten chemischen Austritt oder zum Einsatz von Pfefferspray gehandelt. Beides bestätigte sich im Nachhinein nicht. Fachleute machten Eichenprozessionsspinner als Verursacher der allergischen Reaktionen bei den zuvor im Gebüsch spielenden Kindern aus. Die Brennhaare der Raupe dürften sich offenbar über die Luft auf die Haut mehrerer Kinder übertragen haben.

Insgesamt 29 Kinder und Jugendliche wurden vom Rettungsdienst behandelt. Sie wiesen Hautrötungen auf, die mittels Kortison-Präparaten in Krankenhäusern behandelt wurden. Eine Spezialeinheit der Berufsfeuerwehr Mannheim konnte ausschließen, dass die Beschwerden von Chemikalien oder Gasen hervorgerufen worden waren.

Informationen über Maßnahmen nach dem Kontakt mit Eichenprozessionsspinner bietet unter anderem der Giftnotruf Erfurt.

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