Produkt: Rettungs-Magazin 3/2019 Digital
Rettungs-Magazin 3/2019 Digital
Neuer ITW fürs BRK+++Interview: Berufsbild Notfallsanitäter+++Rettungsdienst in Island+++Was tun bei Hypotonie+++Rettung nach Wespenstich+++Ausbildung Bergwacht

Appell der Bergwacht: Bitte bleiben Sie zu Hause!

(Bild: BRK BGL)Bad Reichenhall (BRK/rd_de) – Das anhaltend schöne Wetter und die unverhoffte Freizeit durch staatliche Corona-Maßnahmen erhöhen für die Kräfte der Bergwacht Bayern spürbar das Einsatzaufkommen. Die Bergwacht Bad Reichenhall zum Beispiel war seit letztem Freitagabend (13.03.2020) innerhalb weniger Tage bei vier aufwendigeren Einsätzen gefordert.

So wurden die Reichenhaller Bergwacht und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ am Donnerstagvormittag (19.03.2020) alarmiert, um einem 51-jährigen Skitourengeher in 1.850 Meter Höhe zu Hilfe zu kommen. Der Mann hatte akute gesundheitliche Probleme bekommen und einen Notruf abgesetzt. Sein Glück sei es gewesen, dass er am Hochplateau überhaupt Handyempfang gehabt hätte, teilte die Bergwacht mit. Ein Notarzt versorgte den Mann vor Ort, ehe er ins Klinikum Traunstein geflogen wurde. Erst am Dienstag (17.03.2020) hatte eine siebenköpfige Gruppe einen Notruf abgesetzt. Die Leute hatten sich auf der Zwiesel-Nordseite rund 100 Höhenmeter unterhalb des Gipfels im Altschnee verstiegen und mussten von der Bergwacht ins Tal geführt werden.

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Für die Einsatzorganisationen stellen solche Einsätze momentan ein Problem dar. Viele Einsätze ereignen sich in unwegsamem Gelände, was fast immer eine sehr aufwendige Rettungsaktion nach sich zieht. Dadurch werden auch an Werktagen vermehrt ehrenamtliches Personal und Einsatzmittel gebunden. Die Helfer müssen wegen der Notfälle ihre Arbeit verlassen, die vor allem bei Angestellten im Gesundheitswesen durch die Corona-Krise ohnehin schon extrem belastend ist. Darüber hinaus setzten sich die Retter in der Gruppe einem unnötigen Ansteckungsrisiko aus, schreibt die Bergwacht. Dies könnte perspektivisch die kritische Infrastruktur gefährden, sollten Helfer in Quarantäne gehen müssen.

„Wenn wesentlich mehr Menschen unterwegs sind, passiert tendenziell auch mehr. Die Bergsteiger müssen aber unbedingt bedenken, dass sie bei einem Notfall Kapazitäten binden und Engpässe im Rettungsdienst und in den Kliniken verschärfen, mithin auch tendenziell dazu beitragen, aktuell das Gesundheitssystem zu überfordern. Bewegung an der frischen Luft ist gesund, allerdings sollte jeder derzeit solidarisch Rücksicht auf die äußerst angespannte gesamtgesellschaftliche Situation nehmen“, gibt Bergwacht-Regionalleiter Dr. Klaus Burger zu bedenken.

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