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Digitale Unterstützung für psychologische Hilfe von Rettungskräften

09. Juli 2026

Foto: iStock/fpphotobank

Leipzig (idw) - Psychische Belastungen gehören für viele Rettungskräfte zum Berufsalltag. Eine Pilotstudie mit 265 Rettungskräften aus Deutschland liefert nun Hinweise darauf, dass ein digitales Unterstützungsangebot den Zugang zu professioneller Hilfe erleichtern kann.

Das Forschungszentrum der Stiftung Deutsche Depressionshilfe zeigt mit einer Pilotstudie: Ein digitales Unterstützungsangebot kann die Bereitschaft von Rettungskräften erhöhen, bei psychischen Belastungen professionelle Hilfe anzunehmen.

Rettungskräfte leisten jeden Tag einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Gleichzeitig sind sie in ihrem Berufsalltag häufig mit belastenden Situationen konfrontiert – von schweren Unfällen über lebensbedrohliche Notfälle bis hin zu emotional herausfordernden Einsätzen. Diese Belastungen können sich langfristig auf die psychische Gesundheit auswirken. Vor diesem Hintergrund wurde im Forschungsprojekt RUPERT ein digitales Unterstützungsangebot speziell für Mitarbeitende im Rettungsdienst entwickelt. Das Angebot kombiniert ein anonymes Online-Forum zum Austausch mit Kolleginnen und Kollegen mit einer Plattform, die Informationen rund um psychische Gesundheit, Stressbewältigung und Hilfsangebote bereitstellt.

In einer wissenschaftlichen Pilotstudie untersuchten Forschende, wie sich die Nutzung von RUPERT auf Einstellungen und Erfahrungen von Rettungsdienstmitarbeitenden auswirkt. An der Studie nahmen 265 Rettungskräfte aus Deutschland teil, die über einen Zeitraum von zwölf Wochen begleitet wurden.

Das zentrale Ergebnis: Nach der Nutzung von RUPERT standen die Teilnehmenden professioneller psychologischer Unterstützung deutlich offener gegenüber. Diese positive Veränderung zeigte sich bereits nach vier Wochen und bestand auch nach zwölf Wochen fort.

„Gerade in Berufen mit hoher psychischer Belastung ist es wichtig, dass Menschen Unterstützung frühzeitig in Anspruch nehmen können. Unsere Ergebnisse zeigen, dass digitale Angebote dazu beitragen können, die Offenheit gegenüber professioneller Hilfe zu stärken“, so das Forschungsteam.

Darüber hinaus zeigte die Studie Unterschiede zwischen Männern und Frauen hinsichtlich der Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen. Frauen berichteten zu Beginn häufiger, anderen aktiv soziale Unterstützung zu geben. Im Verlauf der Studie nahm dieser Wert jedoch etwas ab. Die Forschenden sehen darin einen möglichen Hinweis darauf, dass digitale Unterstützungsangebote auch geschlechtsspezifische Bedürfnisse berücksichtigen sollten.

Keine Veränderungen zeigten sich hingegen bei Wissen über Depressionen, wahrgenommenem sozialem Rückhalt oder Einstellungen gegenüber Menschen mit Depressionen. Die Forschenden betonen, dass es sich um eine erste Pilotstudie handelt und weitere Untersuchungen notwendig sind, um die langfristigen Wirkungen digitaler Unterstützungsangebote besser zu verstehen.

Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial niedrigschwelliger, berufsgruppenspezifischer Angebote für die psychische Gesundheit von Rettungskräften. Digitale Plattformen können eine wichtige Ergänzung bestehender Unterstützungsstrukturen sein – insbesondere in Berufen, in denen Zeitmangel, Schichtarbeit und hohe Belastungen den Zugang zu Hilfe erschweren.


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