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RKiSH erweitert Akut-Einsatzfahrzeug-Konzept

30. Juni 2026

Foto: RKiSH

Heide (RKiSH) – Die Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) gGmbH baut ihr innovatives Versorgungskonzept der Akut-Einsatzfahrzeuge (AEF) weiter aus. Nach dem erfolgreichen Start des ersten AEF an der Rettungswache Rendsburg im Juli 2025 werden nun vier weitere Fahrzeuge an den Rettungswachen Heide-Süd, Pinneberg, Kaltenkirchen und Nordoe in Dienst genommen.

Mit der Ausweitung des Konzepts reagiert die RKiSH auf die positiven Erfahrungen des vergangenen Jahres. Seit der Inbetriebnahme des ersten Akut-Einsatzfahrzeugs in Rendsburg am 1. Juli 2025 wurde das Fahrzeug bereits zu rund 600 Einsätzen alarmiert. Die Akut-Einsatzfahrzeuge ergänzen die bestehende Notfallrettung und ermöglichen eine bedarfsgerechte Versorgung von Patienten mit gesundheitlichen Beschwerden, die zwar eine zeitnahe medizinische Abklärung erfordern, jedoch nicht zwangsläufig eine Behandlung in einer Notaufnahme oder einen Transport mit einem Rettungswagen notwendig machen.

„Die gut 600 Einsätze in der Einführungsphase zeigen, dass das Akut-Einsatzfahrzeug eine wichtige Lücke zwischen klassischer Notfallrettung und ambulanter medizinischer Betreuung schließen kann. Gleichzeitig gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Konzepts. So werden die Prozesse in der Notrufabfrage und Disposition kontinuierlich angepasst und optimiert.“, erklärt Tim Germann, Projektleiter für die Implementierung der Akut-Einsatzfahrzeuge bei der RKiSH. „Durch die gezielte medizinische Einschätzung vor Ort können wir Hilfesuchenden schneller die für sie passende Hilfe vermitteln und gleichzeitig die verfügbaren Rettungsmittel für zeitkritische und lebensbedrohliche Notfälle freihalten.“

Die Akut-Einsatzfahrzeuge werden durch speziell weiterqualifizierte Akut-Notfallsanitäter besetzt. Diese verfügen über eine zusätzliche 180-stündige Qualifikation, die auf die besonderen Anforderungen der aufsuchenden Akutversorgung ausgerichtet ist. Die Weiterbildung orientiert sich inhaltlich am in anderen Bundesländern bereits erfolgreich etablierten Konzept der Gemeindenotfallsanitäter.

Die Akut-Notfallsanitäter arbeiten eigenständig und allein auf einem speziell ausgestatteten Einsatzfahrzeug, das ohne Transportmöglichkeit konzipiert ist. Dadurch liegt der Fokus des AEF auf der medizinischen Einschätzung, Beratung und Steuerung der Patienten in die jeweils passende Versorgungsstruktur. Die Einsatzkräfte werden durch moderne Medizintechnik, digitale Entscheidungshilfen sowie die rund um die Uhr erreichbare Telemedizinzentrale der RKiSH unterstützt. Zur Ausstattung gehören unter anderem umfangreiche Diagnostikmöglichkeiten, ein Multifunktionsmonitor mit Defibrillator, ausgewählte Medikamente sowie weiteres Akut- und Notfallequipment.

Ziel des Konzepts ist es, Patient direkt vor Ort medizinisch einzuschätzen, zu beraten und bei Bedarf gezielt primär in geeignete ambulante Versorgungsstrukturen zu vermitteln. Die insgesamt 37 Akut-Notfallsanitäter der RKiSH fungieren dabei als Lotsen im Gesundheitswesen und helfen, für die Betroffenen die passende Versorgungsebene zu finden. Krankenhauseinweisungen und -transporte werden nur dann veranlasst, wenn sie medizinisch erforderlich sind. Darüber hinaus können die Akut-Notfallsanitäter jederzeit den diensthabenden Telenotarzt der RKiSH zur Beratung hinzuziehen.


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