BRK macht Telefonreanimation zum Standard


München (rd.de) – Sämtliche Rettungsleitstellen des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sind jetzt in der Lage, Laien telefonisch in Herz-Lungen-Wiederbelebung anzuleiten. Dafür sind alle Mitarbeiter der Leitstellen nach einem speziellen Algorithmus geschult worden.

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BRK macht Telefonreanimation zum Standard. Symbolfoto: M. Brändli

Das BRK entwickelte den Algorithmus zusammen mit Fachleuten der Feuerwehr und Ärzten zwischen 2013 und 2014. Nach Angaben einer Sprecherin des BRK gegenüber rettungsdienst.de wurde bei der Entwicklung darauf geachtet, den Mitarbeitern ein praktikables Tool an die Hand zu geben.

Darüber hinaus war es wichtig, auf eine verständliche Sprache und klare Anweisungen zu achten. Nur so könne der Laie in der angespannten Situation sinnvoll angeleitet werden, informiert das BRK. Beispielsweise verzichtet der Leitstellenmitarbeiter bei der Anleitung komplett auf medizinische Fachbegriffe.

Das BRK sieht in der Einführung des Algorithmus einen Gewinn sowohl für den Patienten als auch den Ersthelfer. Nach Angaben der BRK-Sprecherin würden beispielsweise zirka 60 Prozent der Herzkreislaufstillstände von Familienmitgliedern oder Bekannten beobachtet. Aber nur in maximal 28 Prozent der Fälle würde eine Wiederbelebung eingeleitet. Häufig fehle das nötige Wissen. Mit der telefonisch angeleiteten Reanimation sollen die Überlebenschancen der Patienten erhöht werden.

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Nach Angaben des „Bayerischen Rundfunks“ zeigen sich bereits erste Erfolge. Die Leitstelle im niederbayerischen Straubing sei eine der ersten gewesen, die die Telefon-Reanimation mit Hilfe des neuen Algorithmus vor knapp drei Jahren eingeführt habe. Allein im Jahr 2015 hätten die Mitarbeiter der Leitstelle mehr als 600 Mal eine telefonisch angeleitete Reanimation gestartet.

(31.05.2016)

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