Zunehmende Gewalt gegen Rettungsdienst-Mitarbeiter


Bremen (rd_de) – Ein fahrender Rettungswagen ist am Donnerstag (22.09.2016) in Recklinghausen von einer Kugel getroffen worden. Rettungsdienst und Feuerwehr fühlen sich bundesweit angesichts zunehmender Gewalt immer mehr bedroht.

Die Besatzung des RTW in Recklinghausen hörte während eines Einsatzes einen Knall. Kurze Zeit später entdeckten sie laut Polizei eine kreisrunde Delle an der rechten Fahrzeugseite in Höhe der A-Säule. Die Insassen blieben unverletzt.

Im bayerischen Alzenau fuhr ein Unbekannter am Mittwoch (21.09.2016) einen Rettungsdienst-Mitarbeiter an. Der Fahrer riss dem Mann sein EKG-Gerät aus der Hand und verletzte ihn dabei leicht am Arm. Der Autofahrer flüchtete anschließend von der Unfallstelle.

Bereits in der vergangenen Woche sind in Gelsenkirchen Rettungskräfte zur Zielscheibe von gewaltsamen Übergriffen geworden (wir berichteten). Laut der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) steigt die Gewaltbereitschaft gegenüber Einsatzkräften seit einiger Zeit.

„Unsere Mitglieder berichten mittlerweile täglich von Situationen, in denen sie bei ihren Einsätzen bedroht werden“, teilte die DFeuG am Donnerstag (22.09.2016) mit. Zum Schutz der Rettungskräfte müssten neue Wege beschritten werden. Die DFeuG fordert deshalb eine flächendecke Einführung von Deeskalationstrainings als Pflichtfortbildungen für alle Einsatzkräfte. Auch das Tragen von Schutzwesten könnte in besonders gefährdeten Bereichen ratsam sein.

In Sachsen hat der Rettungszweckverband bereits 60 Schutzwesten angeschafft. Wie der MDR aktuell berichtet, hat jetzt jedes Notarztfahrzeug in Chemnitz und im Erzgebirgskreis vier schusssichere Westen an Bord.

Letztendlich sei das Ausrüsten mit Schutzwesten jedoch eine Gratwanderung. „Je gepanzerter, je bewaffneter, je ausgerüsteter ich meinem Gegenüber erscheine, desto größer ist natürlich auch das Risiko, dass er sich genau dadurch provoziert fühlt“, sagte der Leiter des Rettungszweckverbands, Boris Altrichter, dem MDR.

(23.09.2016; Symbolfoto: Markus Brändli)

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